Telefonische Krankschreibung: SPD warnt vor Generalverdacht

Arztpraxis für Allgemeinmedizin (Archiv)

<h3>Pantazis verteidigt telefonische Krankschreibung</h3> Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, hat die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung gegen Kritik aus der Union verteidigt. Die telefonische Krankschreibung sei kein Freifahrtschein, sondern eine eng begrenzte, ärztlich verantwortete Regelung für leichte Erkrankungen, sagte Pantazis den Zeitungen der Funke-Mediengruppe

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SPD-Gesundheitspolitiker Pantazis verteidigt telefonische Krankschreibung

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, hat die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung gegen Kritik aus der Union verteidigt. Die telefonische krankschreibung sei kein „Freifahrtschein“,sondern eine eng begrenzte,ärztlich verantwortete Regelung für leichte Erkrankungen,sagte Pantazis den Zeitungen der funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben).

Wer krank sei, solle sich auskurieren können, so Pantazis. Wer das System stabil halten wolle, müsse Krankheiten verhindern und dürfe nicht Kranke unter Generalverdacht stellen. Die telefonische Krankschreibung sei dafür ein „vernünftiges Instrument im Werkzeugkasten – eng geregelt, ärztlich verantwortet und praxistauglich“.

Kritik aus der Union an hohem Krankenstand

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte kritisiert, der Krankenstand in Deutschland sei zu hoch.Er stellte in diesem Zusammenhang die Möglichkeit infrage, telefonisch und ohne Praxisbesuch eine Krankschreibung erhalten zu können. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erklärte daraufhin, die Regelung zur telefonischen Krankschreibung zu überprüfen.

Debatte um Missbrauch und Ursachen des Krankenstands

position der SPD

Im Koalitionsvertrag sei vereinbart, die telefonische Krankschreibung so zu verändern, dass Missbrauch ausgeschlossen sei, sagte Pantazis. Dazu stehe die SPD. Wer nun reflexhaft die telefonische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zum Sündenbock mache, verwechsle Symptom und Ursache, kritisierte der Gesundheitspolitiker.

Als Treiber des Krankenstands nannte Pantazis Atemwegswellen, psychische Belastungen, Muskel-Skelett-Erkrankungen, teils Arbeitsverdichtung sowie einen hohen Anteil an Tätigkeiten mit körperlicher oder psychischer Beanspruchung.

Position der Grünen

Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Janosch Dahmen, verwies darauf, dass es „keine seriösen Daten“ gebe, wonach Menschen in Deutschland überdurchschnittlich häufiger krank seien als Menschen in anderen OECD-Staaten. Die einführung der telefonischen krankschreibung sei nicht die Ursache für den Anstieg an Krankheitstagen, sagte Dahmen der Funke-Mediengruppe. Vielmehr sei dies auf die Digitalisierung der Erfassung und damit überwiegend auf einen statistischen Effekt zurückzuführen.

Die telefonische Krankschreibung sei ein sinnvolles Instrument, betonte Dahmen. Sie entlaste Arztpraxen, reduziere unnötige Arztkontakte und schütze insbesondere in der Erkältungs- und Grippesaison vor ansteckungen im Wartezimmer. Wer dies zurückdrehe, mache die Versorgung teurer, schlechter und bürokratischer.

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