Vorbereitung auf kriegsbedingte Risiken
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bereitet sich auf kriegsbedingte Risikoszenarien vor.BfS-Präsidentin Inge Paulini erklärte der „Rheinischen Post“, dass sich der Fokus des Amtes verändert habe. Während klassische Risiken durch den Atomausstieg in Deutschland kleiner geworden seien,seien neue Risiken hinzugekommen.
Neue Bedrohungslage
Paulini betonte, dass es früher unvorstellbar gewesen sei, dass Kernkraftwerke und kerntechnische Anlagen in Kriegen zu Kampfzonen oder Angriffszielen werden könnten.Dies sei jedoch in der Ukraine geschehen und auch beim Krieg im Nahen Osten gerieten Kraftwerke ins Visier.
Überwachung und Vorsorge
Die Mitarbeiter des bfs überwachen kontinuierlich die Daten von Messeinrichtungen für Radioaktivität in der Ukraine und den Nachbarländern. Mit Unterstützung des Deutschen Wetterdienstes wird berechnet, ob und wann Luftmassen aus der Ukraine nach Deutschland gelangen könnten. Für den Nahen Osten sei aufgrund der Entfernung nicht zu erwarten, dass Schutzmaßnahmen in Deutschland notwendig werden.
Verbesserte Notfallvorsorge
Deutschland sei 40 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl besser für den Notfall gerüstet,so Paulini. Es gebe klare Regeln und zentrale Stellen, die im Bund zuständig seien. Das Radiologische Lagezentrum des Bundes im Bundesumweltministerium fungiere als zentraler Krisenstab. Nach den Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima wurden die Strahlenschutz-Notfallsysteme überarbeitet. Bundeseinheitliche Richtlinien legen fest, ab welchen Strahlungswerten evakuierungen, Aufenthalt in Gebäuden oder die Einnahme von Jodtabletten sinnvoll seien. Paulini betonte, dass die Einnahme von Jodtabletten nur auf Empfehlung der Behörden erfolgen solle.



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