Bund bereitet Abschiebung bestimmter syrischer Straftäter vor

Syrer in Deutschland feiern den Sturz von Assad in Syrien (Archiv)

Bund bereitet Abschiebung bestimmter syrischer Straftäter vor: Innenministerium beauftragt Bamf mit Widerruf von Schutztiteln bei Gefährdern

Toyota Scheidt

Widerruf von Schutztiteln für syrische Straftäter und⁢ Gefährder

Das Bundesministerium des Innern hat ⁤das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) beauftragt, mit dem Widerruf von‍ Schutztiteln bei bestimmten syrischen Straftätern und Gefährdern‍ zu beginnen. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte gegenüber der „Welt ​am Sonntag“, ⁤dass‍ die Widerrufstätigkeit ⁣für diese ⁢Personengruppe aufgenommen ⁣werde, sofern eine ⁣Vollablehnung aufgrund⁢ der individuellen‍ Umstände des einzelfalls in Betracht komme. Das Vorliegen ​schwerer Straftaten ⁤schließe eine Schutzerkennung durch das Bamf aus ⁢oder könne zur Aufhebung des⁢ erteilten ⁢Schutzes ‌führen.

Ähnliche Weisungslage⁣ bei⁤ Asylentscheidungen

Auch für⁤ Asylentscheidungen besteht laut⁣ Bamf‍ eine ähnliche ⁢Weisungslage. Das⁢ Innenministerium ⁣habe das Bamf angewiesen,die Entscheidungstätigkeit​ bezüglich syrischer Straftäter und Gefährder wieder aufzunehmen,soweit eine Vollablehnung im Einzelfall möglich sei. Zuvor habe das Bamf bereits sicherheitsrelevante⁢ Asyl- und Widerrufsverfahren im ⁤Einzelfall entschieden. Für die meisten Asylverfahren besteht seit Dezember ein Entscheidungsstopp.

Statistik⁣ zu ⁤widerrufsverfahren und Rückreisen

Nach Angaben der „Welt am Sonntag“ hat das Bamf laut einer Antwort ⁣des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion zwischen Januar und ⁢Mai 2025 insgesamt 3.537 Widerrufsprüfverfahren zu syrischen Staatsangehörigen eingeleitet. In diesem Zeitraum wurde ⁤in 57 Fällen die Flüchtlingseigenschaft entzogen, in 22 Fällen ‌ein⁤ subsidiärer Schutztitel. zudem seien‍ zwischen Januar und Ende Mai ​2025 nach vorläufigen Zahlen 804 Personen im ​Rahmen des Bund-Länder-Förderprogramms „REAG/GARP“ nach Syrien ausgereist.

Politische Reaktionen auf die maßnahmen

Der ‍innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion,Gottfried Curio,äußerte gegenüber der „Welt am Sonntag“,dass⁢ nach dem Sturz des Assad-Regimes und ⁣der Etablierung einer neuen Regierung sowie⁣ dem Ende⁣ der‌ Kampfhandlungen die Bundesregierung⁤ ihre Asylpolitik an⁣ die veränderten Realitäten anpassen​ müsse. Die Abschiebung von Gefährdern und Straftätern ‌nach ⁣Syrien könne ⁢dabei nur ein Anfang sein.

Auch die Unionsfraktion ⁣fordert verstärkte Anstrengungen. Alexander Throm (CDU), innenpolitischer Sprecher, betonte, dass Deutschland in den ​vergangenen Jahren Hunderttausenden Syrern Schutz gewährt habe. ⁢Mit dem Ende ⁢der Gefahren⁣ in ⁤Syrien sei es angemessen, dass Schutzsuchende in ihre‌ Heimat zurückkehrten. Die Öffentlichkeit erwarte, dass das Bamf mit der Aufhebung ⁤der Schutzansprüche beginne. Personen,​ die nicht arbeiten, ​nicht integriert sind, Straftaten begehen oder erst seit Kurzem in Deutschland sind, sollten vorrangig überprüft werden.

Kritik von Grünen und Linken

Kritik ‌an⁣ den Rückführungsplänen kommt von Grünen und Linken. Filiz⁤ Polat, parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-bundestagsfraktion, forderte, statt über Widerrufsverfahren zu debattieren, Wege für dauerhafte und gesicherte ⁤Bleibeperspektiven zu‍ schaffen. Verfahren wie ​Einbürgerungen sollten zügig durchgeführt werden.

Clara Bünger, fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion, betonte, dass das Ende der Regierung von Baschar al-Assad nicht bedeute, dass ⁤Syrien sicher sei. Es​ komme weiterhin zu gewalttätigen Auseinandersetzungen,insbesondere gegen Minderheiten.Ein normales Leben sei nicht möglich. Aus ihrer Sicht‍ kämen ⁢Widerrufe bestehender Schutztitel rechtlich und aus humanitären​ Gründen nicht in Betracht. Die Bundesregierung solle klarstellen, dass die gewährten‍ Schutztitel bestehen bleiben und offene⁤ Asylanträge zügig und wohlwollend ⁤geprüft werden.

Anzahl syrischer Staatsangehöriger in Deutschland

Ende Mai hielten sich laut Ausländerzentralregister 961.511​ Syrer in Deutschland auf, die ⁤überwiegende ⁤Mehrheit davon mit befristeten Aufenthaltstiteln.

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