Warnung vor neuem Bürgerkrieg in Syrien
Die Hilfsorganisation Medico International hat vor einem möglichen neuen Bürgerkrieg in Syrien gewarnt. Hintergrund ist die Offensive der syrischen Regierung im kurdisch dominierten Nordosten des Landes. Die Bundesregierung müsse bei der syrischen Übergangsregierung auf Stabilität drängen.
Hoffnung auf Abkommen
Anita Starosta, Syrien-Expertin der Hilfsorganisation, äußerte gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ die Hoffnung auf ein Abkommen, das für beide Seiten akzeptabel wäre. „Das wäre das Beste, was passieren kann – auch wenn es sich immer noch falsch anfühlt, weil klar ist, wieviel Eigenständigkeit verloren sein wird“, sagte Starosta. Sollte es jedoch zu einem Scheitern der Verhandlungen kommen und die syrischen Truppen in die autonomen Gebiete vorrücken, drohe ein neuer Bürgerkrieg. Ein großer Teil der Bevölkerung könnte das Land verlassen.
Vertrauensverlust und kollektives Trauma
Durch die Offensive der syrischen Armee habe die kurdische Bevölkerung das Vertrauen in die Übergangsregierung verloren.“Sie leiden unter einem kollektiven Trauma“, erklärte Starosta. „Das bricht gerade wieder auf.“
Forderungen an die Bundesregierung
Starosta betonte, dass die Bundesregierung ihre Syrien-Politik nicht durch eine innenpolitische Agenda bestimmen lassen dürfe, die sich vor allem um Abschiebungen drehe. Im Vordergrund müssten Stabilität, Menschenrechte und die Verfolgung von Gewaltverbrechen stehen.Auch die kurdische Seite müsse in die Gespräche der Bundesregierung einbezogen werden.











