Koalition streitet über Abschaffung von Paragraf 188

Polizei (Archiv)

Ein Strafbefehl wegen der Bezeichnung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als "Lügenfritz" hat eine Debatte in der schwarz-roten Koalition ausgelöst. Diskutiert wird die Abschaffung der Politiker-Beleidigung nach Paragraf 188 StGB

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Debatte über Abschaffung des Paragrafen 188 StGB

Ein Strafbefehl gegen die Bezeichnung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als „Lügenfritz“ hat eine Diskussion über die Abschaffung des Paragrafen 188 StGB in der schwarz-roten Koalition ausgelöst. Dieser Paragraf behandelt die Beleidigung von Politikern.

Positionen innerhalb der Union

Günter Krings (CDU), Fraktionsvize der Union im Bundestag, äußerte sich offen für die Abschaffung des Paragrafen. „Wir brauchen kein Sonderstrafrecht für Politiker“, sagte er dem „Spiegel“.Krings plädiert jedoch für einen stärkeren Ehrenschutz und schlägt vor, den höheren Strafrahmen des Paragrafen 188 auf allgemeine Beleidigungsdelikte zu übertragen.

Skepsis bei der SPD

Carmen Wegge, rechtspolitische Sprecherin der SPD, lehnt die Abschaffung ab. sie verweist auf die steigende Zahl der Ermittlungsverfahren und betont, dass der Schutz von Menschen im politischen Leben wichtig sei.“Meinungsfreiheit hört dort auf, wo gezielte Angriffe auf die Würde von Menschen dazu dienen, sie aus dem öffentlichen Leben zu verdrängen“, sagte Wegge.

Grüne und Justizministerkonferenz

Erik Marquardt von den Grünen unterstützt die Abschaffung des Paragrafen. Er betont, dass der schutz vor tatsächlicher Gewalt wichtiger sei als Sonderrechte für Politiker. Die Justizministerkonferenz in Hamburg wird das Thema ebenfalls beraten. Die sächsische Justizministerin Constanze Geiert (CDU) hat einen Antrag zur Reform des Beleidigungsparagrafen 185 und zur Abschaffung des Paragrafen 188 gestellt.

Widerstand auf Länderebene

Auf Länderebene gibt es Widerstand gegen die abschaffung. Eine Sprecherin des niedersächsischen Justizministeriums erklärte, dass die Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD) an der bestehenden regelung festhalten möchte. Der Kampf gegen Hass und Hetze habe für das Ministerium hohe Priorität.

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