DIW nennt Regierungspläne für Ukraine-Flüchtlinge „kontraproduktiv“

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (Archiv)

Angesichts geplanter Kürzungen der Unterstützung für geflüchtete Ukrainer in Deutschland warnen Wissenschaftler vor negativen Folgen für deren Integration

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Warnung⁢ vor Folgen geplanter Leistungskürzungen für geflüchtete Ukrainer

Wissenschaftler warnen vor den Folgen der geplanten Kürzung der Unterstützung für viele geflüchtete Ukrainer ‍in Deutschland. Hintergrund ist ein von der schwarz-roten Koalition ⁢vorbereiteter Wechsel in einen anderen Rechtskreis ⁤für bestimmte ‍ukrainische Geflüchtete.

Aussagen von Wirtschaftsforschern

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), marcel⁣ Fratzscher, sagte der „Süddeutschen Zeitung“, die Kürzung der Leistungen für Geflüchtete werde deren Integration in den Arbeitsmarkt erschweren und damit mittelfristig die Kosten ⁤für den deutschen Staat erhöhen. Der ⁢sogenannte Rechtskreiswechsel von ukrainischen‍ Geflüchteten dürfte sich nach seiner Einschätzung als kontraproduktiv erweisen.

Die Integration von ukrainischen Geflüchteten in ‍den Arbeitsmarkt bewertete Fratzscher „im Großen und Ganzen“ als Erfolg.

Geplante ​Neuregelung für Ukrainer

Die schwarz-rote Koalition plant, dass Ukrainer, die nach dem ⁣1. April 2025 nach Deutschland gekommen sind, künftig nicht mehr Bürgergeld oder demnächst Grundsicherung erhalten sollen, sondern nur noch die niedrigeren Asylleistungen. Zuständig‌ wären dann⁣ nicht ‌mehr die ​Jobcenter mit ​ihren Instrumenten zur Fortbildung und Vermittlung in Arbeit, sondern vor allem Kommunen und ​Arbeitsagenturen.

Der entsprechende Gesetzentwurf wird an diesem Donnerstag im Bundestag‌ beraten.

Bewertung durch Arbeitsmarktforscher

Rolle der Jobcenter

Die Arbeitsmarktforscherin Yuliya Kosyakova vom⁤ Institut für Arbeitsmarkt- und ⁢Berufsforschung sagte der „Süddeutschen Zeitung“, im jobcenter ​erhielten die ⁤Menschen Beratung und gezielte Unterstützung, um eine Arbeit‌ zu finden. Gerade für neu Zugewanderte sei diese koordinierte Begleitung wichtig.

Erwartete Effekte der Neuregelung

Von der Neuregelung seien nach Einschätzung Kosyakovas⁤ eher negative Effekte zu erwarten.⁢ Damit werde ein bislang erfolgreiches Modell ⁢infrage gestellt.

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