CDU-politikerin kritisiert Kirchenhaltung zur Organspende
Die CDU-Politikerin Gitta Connemann hat die Kirchen für ihre ablehnende Haltung zur Widerspruchslösung bei der Organspende kritisiert. In einem Interview mit dem „Stern“ äußerte sie Unverständnis und Ablehnung gegenüber dieser Position. Connemann betonte, dass es bei der Freiwilligkeit bleiben müsse, jedoch von allen menschen eine Entscheidung erwartet werden könne. „Jetzt ist Schluss mit Abwarten und Verdrängen“, sagte sie.
Fraktionsübergreifende Initiative im Bundestag
Connemann gehört zu einer fraktionsübergreifenden Gruppe im Bundestag, die sich für die Einführung der Widerspruchslösung einsetzt. Diese sieht vor, dass jeder Bürger ab 18 Jahren ein Schreiben erhält, in dem er über die Möglichkeit zur Organspende informiert wird. Sollte keine Rückmeldung erfolgen, wird dies als Zustimmung gewertet.
Kritik an bisheriger Entscheidungslösung
Die bisherige Entscheidungslösung erfordert ein ausdrückliches Ja zur Organspende im Falle eines Hirntodes. Ricarda Lang, ehemalige Grünen-Vorsitzende, erklärte dem „Stern“, dass dieser Ansatz nicht zu einer spürbaren Zunahme von Organspenden geführt habe. „Es hat nicht gefruchtet“, so Lang. Sie betonte, dass niemand gegen seinen willen Spender werden solle, es jedoch zumutbar sei, sich einmal im Leben mit der Organspende auseinanderzusetzen und eine Entscheidung zu treffen.
Internationale Perspektive
Connemann wies darauf hin, dass die Widerspruchslösung in den meisten EU-Staaten bereits gelte. Deutsche Urlauber könnten in Ländern wie Spanien, Kroatien oder den Niederlanden automatisch zu Organspendern werden, sofern sie keinen anderen Willen hinterlegt haben.



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