Geplante Einschnitte bei Integrationskursen
Der Bund plant offenbar weitere Einschnitte bei den Integrationskursen für zugewanderte. Laut einem Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) soll das Sprachniveau für leistungsschwächere Kursteilnehmer von B1 auf A2 abgesenkt werden. Dies könnte nach Einschätzung der Volkshochschulen (VHS) in Nordrhein-Westfalen die Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt erschweren.
Kritik der Volkshochschulen
Klaus Hebborn, Präsident des landesverbandes der Volkshochschulen von NRW, kritisiert die Pläne scharf. „Der Bund schwächt damit massiv die bewährten Integrationsstrukturen“, erklärte Hebborn in einer Mitteilung. Die Einschränkungen stünden im Widerspruch zur Fachkräfte-Offensive der Bundesregierung. Hebborn fordert die aufhebung des Zulassungstopps und eine Abkehr von den geplanten Maßnahmen, die die Integrationskurse weiter schwächen könnten.
Diskussion in Bundeskommission
Die Vorwürfe der VHS basieren auf „Leitfragen“, die in einer Kommission des Bundes diskutiert werden. Diese Fragen liegen der WAZ vor. Sie beinhalten unter anderem Vorschläge für „digitale Selbstlernphasen“ ohne Lehrkräfte und Stundenkürzungen bei Alphabetisierungskursen. Auch die Relevanz des abschlusstests „Leben in Deutschland“ wird infrage gestellt. Dieser Test behandelt Themen wie Politik in Deutschland, religiöse Vielfalt und Gleichberechtigung.
Auswirkungen auf das Integrationskurssystem
Die Volkshochschulen in NRW sehen die Vorschläge als Angriff auf das Integrationskurssystem. Neben der Absenkung des Sprach-Zielniveaus von B1 auf A2 soll ein Teil des Unterrichts durch Onlinekurse ersetzt werden. Der Orientierungskurs, in dem Zugewanderte das deutsche Gesellschafts- und rechtssystem kennenlernen, stehe ebenfalls auf der Kippe.
Hintergrund der Maßnahmen
Bereits zu Jahresbeginn wurde bekannt, dass die Bundesregierung vielen Zugewanderten keine Zulassung mehr zu Integrationskursen ermöglicht. Betroffen sind insbesondere Asylbewerber, sogenannte „Geduldete“, Geflüchtete aus der Ukraine sowie EU-Ausländer wie Rumänen und Bulgaren. Der Einschnitt wird mit finanziellen Herausforderungen begründet, da der Bundeshaushalt keine weiteren Mittel zulasse.



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