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Home Nachrichten Politik Politik Inland

Ataman verlangt längere Beschwerdefristen bei Diskriminierung

by Redaktion
23. November 2025 - Updated On 24. November 2025
in Politik Inland
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Ferda Ataman (Archiv)

Ferda Ataman (Archiv)

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Ferda Ataman fordert, die Beschwerdefrist bei Diskriminierung von zwei auf zwölf Monate zu verlängern

Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Ferda Ataman,​ fordert, die⁢ Beschwerdefrist⁢ bei Diskriminierung von zwei auf zwölf Monate zu verlängern. Menschen‌ bräuchten ‌Zeit, um ​das Erlebte zu verarbeiten und überlegte Entscheidungen zu ‌treffen, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Begründung Atamans

Ataman erklärte: „Wer diskriminiert⁢ wird, braucht Zeit ⁣- und keinen⁢ Zeitdruck.“ Während‌ Menschen in den meisten europäischen Ländern eine Frist von ⁣drei bis fünf Jahren hätten, um sich gegen eine Diskriminierung zu wehren,​ seien es in Deutschland nur‍ zwei Monate. „Ich plädiere für eine Frist von mindestens zwölf Monaten.Dann können Menschen auch in Deutschland das Erlebte verarbeiten, sich beraten lassen ⁣und überlegte Entscheidungen treffen.“

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Sie betonte,‍ eine längere Frist könne auch zur ‍Lösung von Konflikten‌ beitragen. „Die​ kurze‌ Frist eskaliert Konflikte,vor allem gegenüber dem Arbeitgeber. ⁢Einige fühlen sich genötigt, schnell zu klagen, obwohl sie lieber eine außergerichtliche⁢ Lösung möchten. Eine längere Frist würde Betroffenen und Unternehmen helfen, ​weil sie mehr Zeit ‍für Lösungen bietet, ⁤um nicht vor Gericht zu landen“, sagte Ataman.

Beispiele und Vergleich

Als Beispiel nannte Ataman Fälle von sexueller Belästigung und​ wies auf Ungleichbehandlungen hin. „Bei einem Verkehrsunfall haben Menschen drei​ Jahre Zeit, rechtliche⁢ Schritte einzuleiten, bei‌ sexueller Belästigung oder Diskriminierung am Arbeitsplatz nur zwei Monate⁣ – wie kann das sein?“, sagte sie.

Rechtslage nach dem AGG

Das ⁤Allgemeine‍ Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sieht vor, dass ⁣Ansprüche innerhalb von zwei⁢ Monaten nach einem Vorfall⁣ geltend gemacht werden müssen, indem⁣ von den Verantwortlichen beispielsweise Unterlassung, Beseitigung, Schadensersatz oder Entschädigung gefordert wird. Wird die Frist versäumt,erlöschen die Ansprüche dauerhaft,unabhängig ‍davon,wie gravierend die⁣ Diskriminierung war. Das⁣ AGG ⁢regelt Situationen am Arbeitsplatz sowie bei der Nutzung von privaten Dienstleistungen ⁣und Gütern. Staatliches Handeln​ ist davon nicht erfasst.

Originalquelle: DTS Nachrichtenagentur
Tags: DEUGesellschaftNormal
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