Ostbeauftragte Kaiser kritisiert ungleiche Vermögensverteilung
Die ostbeauftragte der Bundesregierung, elisabeth Kaiser (SPD), hat die ungleiche Verteilung von Eigentum zwischen Ost- und Westdeutschland kritisiert. Um die Demokratie zu stärken, müsse der Staat die Vermögensunterschiede genauer in den Blick nehmen, schreibt sie in einem Gastbeitrag für das Magazin „Stern“.
Wahrnehmung von Benachteiligung in Ostdeutschland
Ungleichheit und gesellschaftliche Folgen
Die Ungleichheit erzeuge bei immer mehr Ostdeutschen das Gefühl, dauerhaft benachteiligt zu sein, erklärte die Staatsministerin im Bundesfinanzministerium. Es gehe dabei nach ihren Worten nicht nur um materielle Fragen, sondern auch um Anerkennung, Respekt und Gerechtigkeit.Kaiser verweist darauf, dass sich der Abstand bei den Vermögen seit der Jahrtausendwende sogar nochmals leicht vergrößert habe. Zudem werde im Osten nicht nur seltener geerbt als im Westen, auch die geerbten Beträge seien deutlich geringer.
Finanzkenntnisse und Anlageverhalten
Nach Einschätzung Kaisers kommen im Osten mangelnde Finanzkenntnisse hinzu. Ostdeutsche mieden aus Erfahrungen der Transformationsjahre Investments mit höheren Renditeversprechen, schreibt sie. Im Westen nehme hingegen die Risikofreude mit dem durchschnittlichen Vermögen zu.
Forderung nach Reform der Erbschaftsteuer
Kaiser fordert eine Reform der Erbschaftsteuer. Es könne nicht sein, dass Erbschaften und Vermögen geringer besteuert würden als Löhne und Gehälter, erklärte sie. Die Bundesländer sollten die zusätzlichen Einnahmen in das Bildungssystem investieren, um langfristig mehr Chancengleichheit auch beim Vermögensaufbau zu erreichen.
Vorschläge zur Förderung von Wohneigentum
Zudem schlug Kaiser vor, den Immobilienerwerb stärker zu fördern. Derzeit lebten nur 30 Prozent der Ostdeutschen im Eigenheim, im Westen seien es 40 Prozent.











