Einleitung
Die Bundesnetzagentur hat im März Ermittlungsverfahren gegen 77 netzbetreiber eingeleitet, die bisher keine intelligenten Stromzähler installiert haben sollen. Laut Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, haben diese Netzbetreiber gesetzliche Fristen überschritten.
Hintergrund
Müller erklärte im Podcast „Klima-Labor“ von ntv, dass die Behörde den Ausbaustand im vergangenen Jahr quartalsweise abgefragt habe.Trotz dieser Maßnahmen hätten viele Unternehmen den Rollout nicht begonnen. Mehrere Netzbetreiber hätten eingeräumt,dass es „dumm gelaufen“ sei,doch Müller betont,dass dies keine Entschuldigung sei. Besonders kleinere Netzbetreiber hätten Schwierigkeiten, die Fristen einzuhalten, da der Rollout oft nebenbei betreut werde. Müller fordert, dass diese Unternehmen Dienstleister beauftragen könnten.
Positive Beispiele und europäischer Vergleich
Ein positives Beispiel unter den kleineren Netzbetreibern sind die Stadtwerke Lübz, die 2024 als erste Messstellenbetreiber Deutschlands die 100-prozentige Pflichtabdeckung erreicht haben. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland beim Smart-Meter-Rollout zurück. Während in Dänemark und Schweden seit 2021 alle Haushalte mit intelligenten Stromzählern ausgestattet sind, haben andere Länder wie Estland, Finnland und Italien bereits eine Abdeckung von 98 Prozent erreicht.
Ziele und aktuelle Lage
Deutschland hat sich für einen selektiven Rollout entschieden, bei dem zuerst Messstellenbetreiber alle Anwender mit einem jahresverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden ausstatten müssen. Die Zielmarke für den Pflichteinbau liegt bei 90 Prozent bis Ende 2032. bis Ende 2025 sollten 20 Prozent erreicht werden, was mit 23,3 Prozent bereits übertroffen wurde. Betrachtet man alle Messstellen, liegt die Einbauquote bei 5,5 Prozent.



Schreibe einen Kommentar