Inklusionsbündnis will teure Förderschule in NRW verhindern

Kinder in einer Schule (Archiv)

In Nordrhein-Westfalen will ein Bündnis von Behinderten-, Eltern- und Sozialverbänden den Bau einer neuen Förderschule für Kinder mit körperlicher Beeinträchtigung verhindern

Gevita Tagesresidenz

Bündnis in Nordrhein-Westfalen will Neubau von Förderschule stoppen

Ein Bündnis aus behinderten-, Eltern- und Sozialverbänden in Nordrhein-Westfalen versucht, den Bau einer neuen Förderschule für Kinder mit körperlicher Beeinträchtigung zu verhindern. Die Gruppen haben gemeinsam eine Kommunalaufsichtsbeschwerde eingereicht,wie der „Spiegel“ berichtet. Der geplante Neubau soll in Neunkirchen-Seelscheid im Bergischen Land entstehen.

Kritik am Baubeschluss und Verweis auf Schulgesetz

Vorwürfe der Eltern- und Behindertenverbände

„Dieser Baubeschluss ignoriert Bestimmungen des nordrhein-westfälischen Schulgesetzes“, sagte Eva-Maria Thoms vom beteiligten Elternverein Mittendrin dem Magazin. Die Kosten für den Neubau sind mit mehr als 97 Millionen Euro veranschlagt. Die Förderschule soll 180 Plätze anbieten.

Förderschulen besuchen Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Thoms betonte, im Sinne der Inklusion müssten die kommunalen Schulträger Kindern mit und ohne Behinderung gemeinsamen Unterricht an den Regelschulen ermöglichen. Der Landschaftsverband Rheinland, der die neue Förderschule bauen will, beachte nach ihrer Darstellung nicht ausreichend, dass inklusives Lernen nach dem Gesetz Vorrang habe.

Begründungen des Landschaftsverbands und Gegenargumente

Zu wenige Förderschulplätze in der Region

Der Landschaftsverband Rheinland verweist darauf, dass es in der Region zu wenige Förderschulplätze für körperlich beeinträchtigte Kinder gebe.Mit dem Neubau in Neunkirchen-seelscheid solle dieses Defizit ausgeglichen werden.

forderung nach inklusiver Beschulung

das Bündnis der verbände hält dem entgegen, es sei nicht nachvollziehbar, warum 180 Kinder nicht an den bestehenden Schulen inklusiv beschult werden könnten. „Die Schulen im Einzugsgebiet müssten im Schnitt nur maximal einen zusätzlichen Schüler pro Jahrgang aufnehmen“, heißt es zur Begründung. Die „erheblichen Investitionskosten“ für den Neubau seien aus Sicht der Kritiker nicht gerechtfertigt.

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