Umweltminister verteidigt Atomausstieg
Umweltminister Carsten Schneider (SPD) hat anlässlich des 40. Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl den Atomausstieg verteidigt. In einem Interview mit den Zeitungen der „Mediengruppe Bayern“ erklärte er, dass er die Entscheidung für den ausstieg erneut treffen würde.
Rückbau der Reaktoren
Schneider bezeichnete die diskussion über eine Wiederinbetriebnahme der vor drei Jahren abgeschalteten Reaktoren als „politische Geisterdebatte“.Die Betreiber seien selbst nicht daran interessiert und würden den Rückbau energisch vorantreiben.
Kritik an neuen Atomkraftwerken
Der Minister sprach sich gegen den Bau neuer Atomkraftwerke aus. Diese seien extrem teuer und benötigten Jahrzehnte bis zur Fertigstellung. Sie würden aktuelle Energieprobleme nicht lösen, da von der Planung bis zur Inbetriebnahme rund 25 Jahre vergehen. Der Ausbau erneuerbarer Energien sei günstiger, schneller und sicherer.
Absage an kleine modulare Reaktoren
Den von der CSU geforderten Investitionen in kleine modulare Reaktoren (SMR) erteilte Schneider eine Absage. Er bezeichnete SMR als theoretisch und verwies auf fehlende anlagen im realen Betrieb, keine Serienfertigung und unzureichende wirtschaftliche modelle. Die Risiken blieben bestehen, insbesondere in Bezug auf Sicherheitsfragen.
Erneuerbare Energien im Fokus
Schneider widersprach Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU),die erklärt hatte,Erneuerbare könnten nur ein Fünftel des Energiebedarfs decken. Er betonte, dass die Rechnung irreführend sei, da sie auf den gesamten Primärenergiebedarf abziele, der ineffiziente Energieträger wie Kohle und Öl einschließe. Im Strombereich liege der Anteil erneuerbarer Energien bereits bei gut 55 Prozent,mit dem Ziel,bis 2030 auf rund 80 Prozent zu kommen.



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