Bundeswehr-Plan stuft Sabotage als Kriegsvorbereitung ein

Soldaten der Bundeswehr (Archiv)

Die Bundesregierung stuft Sabotageakte, Cyberangriffe und Desinformationskampagnen in der Sicherheitsplanung erstmals ausdrücklich als Vorstufe eines Krieges ein

Gevita Tagesresidenz

bundesregierung ​stuft hybride Angriffe als Vorstufe eines Krieges ein

Die Bundesregierung wertet Sabotageakte, ‍Cyberangriffe und Desinformationskampagnen in ihrer Sicherheitsplanung⁢ erstmals ausdrücklich als mögliche Vorstufe eines Krieges.⁢ Das geht aus einer erweiterten Fassung‌ des Operationsplans Deutschland (OPLAN) ‍hervor, eines‍ vertraulichen Dokuments des Verteidigungsministeriums, über das „politico“ berichtet. ‍Der ⁢OPLAN richtet sich gezielt‌ an Länder und ‌Kommunen.

Hybride Maßnahmen als Vorbereitung⁣ militärischer Auseinandersetzungen

In​ dem ​Dokument heißt ‌es wörtlich, hybride Maßnahmen könnten „grundsätzlich der Vorbereitung einer militärischen Auseinandersetzung dienen“. Cyberoperationen, Sabotage und Einflusskampagnen werden damit strategisch in dieselbe ⁣Logik ​wie konventionelle militärische Schritte⁤ eingeordnet.

Rolle Deutschlands in der Nato-strategie

Deutschland als Drehscheibe und Transitland

Der Operationsplan beschreibt Deutschland ⁤als zentrale ‍„Drehscheibe“⁣ der​ Nato. Das ‌land fungiere als‍ Operationsbasis und Transitland ‍für den Aufmarsch alliierter Truppen an der ‌Ostflanke des Bündnisses.

Annahmen zu russischem Vorgehen

Dem⁣ Dokument zufolge werde Russland zunächst „verdeckt“​ mit hybriden Angriffen⁣ agieren, um den Nato-Aufmarsch zu behindern oder zu verzögern.In einem späteren Stadium‍ sei Deutschland ein „priorisiertes ⁣Ziel konventioneller Angriffe mit weitreichenden Waffensystemen“⁢ gegen militärische wie zivile Infrastruktur.

Neuer ⁢Schwerpunkt auf ziviler Verteidigung

Neu ist der ⁢Fokus auf die zivile ⁢Verteidigung. Eine weniger eingestufte⁢ Fassung des OPLAN soll die Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Akteuren regeln. Der⁢ Plan arbeitet mit einem Fünf-Phasen-Modell, ‍das von früher Bedrohungserkennung über nationale ‍und ⁤kollektive Verteidigung bis zur Stabilisierung nach einem Konflikt‌ reicht. ‌Deutschland befinde sich​ nach dieser ‍Einteilung derzeit in der ersten Phase.

„Ohne zivile Unterstützung ist Verteidigung nicht möglich“, heißt es in​ dem Dokument. „Zahlreiche Aufgaben ⁢erfordern zivile Unterstützung.“

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