Vorschlag zur Waffenübergabe an Polen stößt auf Skepsis
Der Vorschlag von Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, Polen Waffensysteme zu schenken, um Bedenken gegenüber der Aufrüstung der Bundeswehr zu zerstreuen, wird von deutschen Politikern und Sicherheitsexperten kritisch betrachtet.
Kritik von Experten
Carlo Masala, Professor für internationale Politik an der Bundeswehr-Universität München, bezeichnete den Vorschlag als „bizarr“ und „paternalistisch“. Polen baue seit Jahren erfolgreich eine der stärksten konventionellen Streitkräfte in der NATO auf, so Masala in der „Welt“.
Politische Reaktionen
marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europäischen Parlament, betonte die Bedeutung einer gemeinsamen europäischen Verteidigung und warnte vor Ablenkungen durch Ängste vor deutscher Dominanz. Thomas Erndl (CSU), verteidigungspolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, unterstrich die Notwendigkeit der Modernisierung der bundeswehr als Ausdruck deutscher Verantwortungsübernahme.
Adis Ahmetovic, außenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, hob die Verantwortung Deutschlands innerhalb der NATO hervor und betonte die Wichtigkeit verlässlicher Zusammenarbeit anstelle symbolischer Gesten.
Weitere Stimmen
Agnieszka Brugger, sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen, kritisierte den Vorschlag als irritierend und betonte die Notwendigkeit von Vertrauen und Kooperation. Hans-Peter Bartels, Präsident der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, zeigte sich hingegen offen für den Vorschlag, da die Bundeswehr Schwierigkeiten habe, Personal für neue Waffensysteme zu rekrutieren.
Roderich Kiesewetter, CDU-Außenpolitiker, hält die Idee für überlegenswert, sieht jedoch die notwendigkeit einer stärkeren militärischen Kooperation mit Polen, etwa durch die Integration deutscher Einheiten in die polnischen Streitkräfte.











