Signal-Chefin räumt Fehler im Krisenmanagement ein

Meredith Whittaker (Archiv)

Die Chefin des Messengerdienstes Signal, Meredith Whittaker, räumt Fehler im Umgang mit einer Phishing-Attacke gegen Nutzer ein

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Fehler im Umgang mit Phishing-Attacke eingeräumt

Die Chefin des Messengerdienstes Signal, Meredith Whittaker, hat Fehler im Umgang mit einer Phishing-Attacke gegen Nutzer der App eingeräumt. „Rückblickend gibt es eine Reihe von Dingen, die wir anders hätten machen können“, sagte Whittaker dem „Spiegel“.

Sicherheit des Dienstes betont

Whittaker verteidigte die grundlegende Sicherheit des Dienstes und betonte, dass Signal nicht gehackt worden sei. Die Verschlüsselung bleibe „robust“. Der „Spiegel“ hatte zuvor berichtet, dass über Phishing gezielt Signal-Nutzer angegriffen und deren Konten kompromittiert worden waren, darunter Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) sowie die Kabinettsmitglieder Verena Hubertz (SPD) und Karin Prien (CDU). Die Kampagne wird Russland zugeschrieben.

Geplante Neuerungen

Als Konsequenz kündigte Whittaker Neuerungen in der App an. Künftig sollen beim Empfang von Nachrichten unbekannter Absender zusätzliche warnhinweise erscheinen. Das Annehmen neuer Kontakte soll nicht mehr mit einem einzigen Klick möglich sein. Weitere Änderungen seien in Arbeit.

Kritik an Krisenkommunikation

Whittaker reagierte auch auf Kritik an der Krisenkommunikation des Messengers. Eine späte erste öffentliche Stellungnahme im März sei von manchen als versuch empfunden worden, die Schuld allein den Betroffenen zuzuweisen. Whittaker entschuldigte sich dafür und betonte, dass dies nicht die Absicht gewesen sei. Der Angriff habe auf das Verhalten der Nutzer gezielt,sei jedoch kein Versagen einzelner Menschen.

Finanzierung und Verantwortung

Whittaker mahnte eine bessere Finanzierung an. Die App lebt von Spenden und wird weltweit für vertrauliche Kommunikation genutzt. sie kritisierte, dass Rüstungs-Start-ups Milliarden erhielten, während Signal als „kritische infrastruktur“ nicht entsprechend unterstützt werde. Indirekt appellierte sie an Deutschlands Verantwortung, die App zu unterstützen. Zu einem möglichen Verbot von Signal auf Bundesebene sagte Whittaker, dass alle Plattformen dieser Größenordnung anfällig seien und viele andere Dienste unsicherer als Signal seien.

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