Schneider plant Gesetz gegen Fast-Fashion-Müll

Sammelcontainer für Altkleider (Archiv)

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) kündigt ein Gesetz an, das Hersteller billiger Wegwerfkleidung an Entsorgungskosten beteiligen soll

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Gesetzentwurf zu Entsorgungskosten für Fast Fashion angekündigt

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat einen Gesetzentwurf angekündigt, mit dem Hersteller von billigen Wegwerf-Kleidungsstücken an den Entsorgungskosten beteiligt werden sollen.Er wolle „ein Textilgesetz machen, das gegen das Entsorgungsproblem hilft“, sagte Schneider der „rheinischen Post“ (Samstagausgabe).

Geplante Registrierungspflicht und Kostenbeteiligung

Schneider erklärte, er wolle erreichen, dass die Hersteller sich an den Entsorgungskosten beteiligen müssen. Alle, die in Deutschland Kleidung verkaufen wollten, müssten sich registrieren und ihren Anteil für die ordnungsgemäße Entsorgung zahlen.

Nach seinen Angaben würden damit die Preise für Fast-Fashion-Produkte etwas steigen. Vor allem entstünden neue Finanzquellen für Recycling und Entsorgung von Altkleidern. Den Gesetzentwurf wolle er bis zum sommer vorlegen.

Müllproblem durch Fast Fashion

Schneider verwies auf die Folgen von Fast Fashion in Deutschland. „Auch bei uns in Deutschland führt Fast Fashion zu einem extremen Müllproblem“, sagte er. Das über jahrzehnte bestehende System der Altkleidersammlung funktioniere nicht mehr. Die Container würden mit großen Mengen an Billigkleidung überfüllt,und die betreiber würden diese nicht mehr los.

Kaufverhalten und Zollaufschlag auf Billigimporte

Nach Einschätzung des Bundesumweltministers ist vielen Konsumenten das Problem nicht bewusst. er sprach von den Folgen einer „Bestell-und-Wegwerf-Mentalität“. Ein wichtiger Teil der Lösung sei, weniger Billigpakete aus China zu kaufen.In diesem Zusammenhang verwies Schneider auf einen Zollaufschlag. Finanzminister Klingbeil habe gemeinsam mit seinen EU-Kollegen einen Aufschlag von drei euro pro Paket beschlossen.

Hinweise auf Arbeits- und Umweltbedingungen

Schneider wies zudem auf die Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern hin.Ein T-Shirt für fünf euro könne in Deutschland nicht unter ordentlichen Arbeits- und Umweltbedingungen hergestellt und verkauft werden,sagte er. Zudem könne man ein solches T-Shirt im Zweifel nicht einmal waschen, ohne dass es kaputtgehe.

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