Einleitung
Führende Ökonomen haben die wirtschaftspolitischen vorschläge der AfD zur Stärkung der Autoindustrie in Baden-Württemberg scharf kritisiert.Sie warnen vor schweren Folgen für den Standort.
Hauptteil
marcel fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), äußerte gegenüber dem „Handelsblatt“, dass die Pläne zur landtagswahl am 8. März 2026 „enormen wirtschaftlichen Schaden für Deutschland und insbesondere für die Menschen in Baden-Württemberg verursachen“ würden.Er bezeichnete die Forderungen als Ausdruck von „eklatanter Inkompetenz bei Fragen der wirtschaftspolitik“.
Ähnlich äußerten sich Clemens Fuest, Präsident des Münchner Ifo-Instituts, und die Wirtschaftsweise Veronika Grimm. Im Zentrum der Kritik steht das von der AfD angekündigte „buy-BW“-Programm, das vorsieht, dass öffentliche Stellen Fahrzeuge ausschließlich aus baden-württembergischer Produktion kaufen sollen.
Fratzscher warnte, ein solcher Protektionismus würde „der offenen deutschen Volkswirtschaft am meisten schaden“. Der Ansatz widerspreche den Prinzipien des europäischen Binnenmarkts und könnte einen Handelskonflikt in Europa auslösen sowie die Stellung Europas gegenüber den USA schwächen.
Veronika Grimm erklärte, „Buy-BW-Klauseln sind weder zielführend noch umsetzbar“. um traditionelle Industrien zu sichern, sei technologischer Fortschritt notwendig.Dazu müsse die Regulierung in Bereichen wie Datenschutz, Künstlicher Intelligenz, Gentechnik und Nukleartechnik angepasst werden.
Clemens Fuest verwies auf erhebliche rechtliche Hürden. Die „Buy-BW“-Idee stehe „mit allen möglichen rechtlichen Regelungen in Konflikt“, die ein Bundesland nicht ändern könne. Baden-Württemberg,als stark exportorientierte Region,habe ein besonderes Interesse an offenen Märkten. „Wenn die anderen auch nur noch selbst produzierte Dinge kaufen würden, wäre Baden-Württemberg der größte verlierer“, sagte Fuest. zudem hätten staatliche Fahrzeugkäufe kaum wirtschaftliches Gewicht.











