Umfrage zur sozialen Gerechtigkeit in Deutschland
Eine aktuelle Umfrage von Infratest im Auftrag der ARD zeigt, dass 62 Prozent der Bürger die Situation in Deutschland als eher ungerecht empfinden. Dies ist der höchste Wert seit September 2008.Die Umfrage wurde unter 1.319 Wahlberechtigten durchgeführt.
Ungerechtigkeitsempfinden nach Einkommen und Alter
Das Gefühl der Ungerechtigkeit ist bei Menschen mit niedrigerem Einkommen (71 Prozent) stärker ausgeprägt als bei menschen mit höherem Einkommen (52 Prozent). Auch die 18- bis 34-Jährigen (70 Prozent) empfinden die Situation als ungerechter als die über 65-Jährigen (57 Prozent).
Gründe für das Ungerechtigkeitsempfinden
Am häufigsten wird die Schere zwischen Arm und Reich als Grund genannt (35 prozent), gefolgt von der als zu hoch empfundenen Steuer- und Abgabenbelastung (13 Prozent). 9 Prozent der Befragten haben den Eindruck, dass Ausländer und Asylbewerber bevorzugt werden, während 8 prozent einen zu geringen Abstand zwischen Lohn- und Sozialleistungsniveau sehen.
Vertrauen in politische Parteien
Die SPD wird von 24 Prozent der Befragten als die Partei angesehen, die am ehesten für soziale Gerechtigkeit sorgen kann.Dahinter folgen die AfD (16 Prozent), die Linke und die Union (jeweils 15 Prozent). Die Grünen erhalten 4 Prozent, die BSW 3 Prozent und die FDP 1 Prozent.20 Prozent der Befragten trauen keiner Partei diese Kompetenz zu.
Vorschläge zur Sozialstaatsreform
Eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission hat Vorschläge zur Sozialstaatsreform vorgelegt. 73 Prozent der Befragten unterstützen den Vorschlag, EU-Bürgern in Deutschland nur dann Sozialleistungen zu gewähren, wenn sie hier länger vollzeitnah beschäftigt waren. 71 Prozent befürworten ein digitales Portal für Sozialleistungen,und 58 Prozent sprechen sich für die automatische Auszahlung von Kindergeld nach der Geburt aus. Der Vorschlag, mehr Sozialleistungen pauschal auszuzahlen, wird von 71 Prozent abgelehnt.











