Grünen-Chefin Brantner fordert europäische Choice zur Nato
Angesichts der drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Grönland hat die Vorsitzende der Grünen, Franziska Brantner, eine europäische Alternative zur Nato ins Gespräch gebracht.Europa sei zur Einigkeit verpflichtet und müsse selbst verteidigungsfähig werden, sagte sie dem „Handelsblatt“.Andernfalls werde Europa „verfrühstückt“, so Brantner.
Forderung nach Plan B für europas Sicherheit
zwar bleibe die Nato nach Ansicht Brantners für die transatlantische Sicherheit wichtig. Gleichzeitig müsse Europa zur Kenntnis nehmen, dass Trump dies anders betrachte. Es brauche daher einen Plan B.
Als möglichen Ausgangspunkt nannte Brantner die „Koalition der Willigen“ in der Ukraine-Unterstützung. Daraus könne eine „Fähigkeitskoalition“ werden, eine Gruppe derjenigen, die vorangehen wollten. Dazu zählte sie Polen,Frankreich,Italien und die baltischen Staaten. Wichtig seien auch Großbritannien und Norwegen.
Solche Strukturen könnten nach ihren Worten zunächst ergänzend zur Nato wirken. Eigenständig würden sie erst dann,wenn Trump die Nato von innen blockiere.
Kritik an Bundeskanzler Merz
Vorwurf mangelnder europäischer Führungsrolle
Deutliche Kritik übte Brantner an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Er schaffe es nicht, Europa zu einen, sagte sie.Merz trete „großmäulig“ auf,wenn es gegen die schwächsten in der Gesellschaft gehe. Umso mehr falle auf, dass er gegenüber dem „Nero in Washington“ bislang nicht Klarheit und Härte zeige.
Vergleich mit früherer Russlandpolitik
Europas Einschätzung im Umgang mit Trump verglich Brantner mit der gescheiterten deutschen Russlandpolitik. Die Hoffnung, Trump werde sich besinnen, erinnere sie an frühere Fehleinschätzungen gegenüber Wladimir Putin, sagte sie.











