Dietmar Bartsch über seine Rolle als PDS-Schatzmeister nach der Wende
Der Linken-Politiker Dietmar Bartsch hat die Übernahme des Amtes des Schatzmeisters der PDS nach der Wende als schwerste Entscheidung seines Lebens bezeichnet. Er habe sich damals um das Vermögen der SED kümmern müssen, sagte Bartsch in einem Podcast der Funke-Mediengruppe. In der PDS seien zu diesem Zeitpunkt „gerade alle verhaftet“ gewesen,und es sei daher jemand Neues gesucht worden.Freunde hätten ihn gewarnt und erklärt, die PDS sei „ein totes Pferd, auf das setzt man sich nicht“.
Umgang mit dem SED-Vermögen und Putnik-Skandal
Behördliche Ermittlungen und Rettungsversuche
Die SED-Nachfolgepartei PDS stand damals unter anderem wegen des sogenannten Putnik-Skandals im Fokus der Behörden. Parteifunktionäre hatten versucht, über fingierte Mahnungen Geld ins Ausland zu schaffen. Teile des Apparats hätten nach Darstellung von bartsch versucht, „möglichst viel Vermögen – in Anführungsstrichen – zu retten“.
Diese Vorgänge bezeichnete Bartsch als „inakzeptable Aktion“, die „unendlich viel geschadet“ habe. Zugleich sei es eine „Illusion“ gewesen zu glauben, dass ein solches Vorgehen funktionieren könnte.„Zu glauben, dass die Geheimdienste eines anderen Landes ganz doof sind, das ist immer falsch“, sagte Bartsch.
Darstellung des verbleibs des Parteivermögens
bartsch wandte sich gegen den Eindruck, Parteivermögen der SED sei im großen Stil verschoben worden. „Da ist gar nichts verschwunden“, sagte er in dem podcast. „99 Prozent“ des Geldes seien wie gesetzlich vorgeschrieben in treuhänderische Verwaltung gekommen und zum Wiederaufbau in den neuen bundesländern eingesetzt worden.
Er berichtete weiter, er habe gemeinsam mit dem damaligen PDS-Vorsitzenden Gregor Gysi einen Vertrag mit der Treuhandanstalt unterschrieben. Darin habe sich die Partei verpflichtet, für den Fall, dass bisher unbekanntes Vermögen bekannt werde, „das Dreifache zurück“ zu zahlen.
Umfang des SED-Vermögens
Die SED verfügte nach den Angaben von Bartsch unter anderem über zahlreiche Immobilien und Unternehmensbeteiligungen im In- und Ausland. In DDR-Mark sei das Vermögen der Partei im Jahr 1989 „mindestens ein zweistelliger Milliardenbetrag“ gewesen.











