Der saarländische Maler und Zeichner Armin Rohr ist am 12. Mai mit dem Albert-Weisgerber-Preis für Bildende Kunst 2026 ausgezeichnet worden. Rund 300 Gäste nahmen an der Verleihung in der St. Ingberter Stadthalle teil. Der Preis zählt nach Angaben der Veranstalter neben dem Kunstpreis des Saarlandes zu den bedeutendsten kulturellen Auszeichnungen des Landes.
Jury würdigt drei Jahrzehnte künstlerisches Schaffen
Die Fachjury würdigte Rohr laut Mitteilung für „sein herausragendes Kunstschaffen, das sich durch hohe Qualität und Unverwechselbarkeit“ auszeichne. Sein Werk umfasse abstrakte Farbkompositionen in expressivem Pinselgestus ebenso wie figurative Bildwelten, die trotz narrativer Elemente rätselhaft blieben.
Kunsthistorikerin Dr. Petra Wilhelmy hob in ihrer Laudatio hervor:
„Armin Rohr hat einen scharfen Blick und hält Sinneseindrücke fest, er fängt sozusagen Augenblicke ein. Bei seinen Künstlerkolleginnen und -kollegen genießt er großen Respekt, obwohl er nicht selten mit seiner Kunst polarisiert. Gewagte Kombinationen – oft schräg und bunt – sind sein Markenzeichen. ,Ich könnte mein Leben mit dem Betrachten von Bildern verbringen‘, sagte er einmal. Dieser Ausspruch zeigt eindrücklich, wie sehr sein Leben mit der Malerei verbunden ist.“
Oberbürgermeister betont Rolle der Kunst für den gesellschaftlichen Zusammenhalt
Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer nutzte seine Würdigung, um die gesellschaftliche Bedeutung von Kunst und Kultur zu unterstreichen:
„Kunst und Kultur sind essenziell für den Kern unserer Gesellschaft, indem sie Menschen verbinden, Zusammenhalt stiften und Mut machen, Neues zu wagen und neue Wege zu gehen. Kunst ist immer auch ein Instrument der Völkerverständigung. Wo sich Künstlerinnen und Künstler – egal, wo sie herkommen – austauschen, entsteht nicht nur Kunst, sondern da verstehen sich auch Völker. Wir schließen niemanden aus.“
Meyer betonte dabei ausdrücklich, dass auch israelische Künstlerinnen und Künstler in Deutschland willkommen seien:
„Wenn wir den Kontakt innerhalb der Kunstszene einschränken, werden wir alle künstlerisch ärmer – und unmenschlicher!“
Diese Aussage wurde laut Mitteilung vom Publikum mit spontanem Applaus aufgenommen.
Preisträger: Vom Designstudium zur freien Malerei
Armin Rohr wurde 1961 geboren und lebt als freischaffender Künstler in Saarbrücken. Nach einem Designstudium an der damaligen Fachhochschule für Design in Saarbrücken arbeitete er zunächst für Agenturen in Stuttgart und Saarbrücken. Mitte der 1990er Jahre nahm er ein Studium der Malerei an der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBKsaar) auf, wo er bei Bodo Baumgarten studierte und dessen Meisterschüler wurde. Heute ist er unter anderem als Dozent an der HBKsaar-Abendschule tätig.
Rohr selbst zeigte sich bewegt von der Auszeichnung
„Dieser Preis bedeutet mir sehr viel und ist eine große Ehre für mich. Schon immer hatte ich eine große Demut gegenüber den Werken von Albert Weisgerber. Dass meine Arbeiten nun für würdig befunden wurden, diese bedeutende Auszeichnung zu erhalten, ehrt mich sehr.“
Frühere Auszeichnungen (Auswahl)
- Kulturpreis für Kunst des Stadtverbandes Saarbrücken (2002)
- Arbeitsstipendium des Saarländischen Kultusministeriums im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf, Brandenburg (2012)
- Saar-Lor-Lux-Kunstpreis der Stadt Ottweiler (1997)
- Förderstipendium der Landeshauptstadt Saarbrücken (1996)
Die Festveranstaltung wurde musikalisch vom Duo les éclats du son mit experimentellen Klangkompositionen begleitet.



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