Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit im Saarland ist innerhalb eines Jahres um mehr als 5.000 Personen zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl ausländischer Beschäftigter um rund 2.200 Personen. Das geht aus dem Bericht der Arbeitskammer an die Regierung des Saarlandes 2026 hervor, der in der vergangenen Woche an die Landesregierung übergeben wurde.
Ohne diesen Zuwachs wäre der Beschäftigungsrückgang im Saarland nach Angaben der Arbeitskammer deutlich stärker ausgefallen.
Beschäftigungszuwachs zu gleichen Teilen aus Asylherkunftsländern und Ukraine
Der Anstieg bei ausländischen Beschäftigten wurde laut Bericht nahezu zur Hälfte von Menschen aus Asylherkunftsländern und zur Hälfte von Geflüchteten aus der Ukraine getragen. Gleichzeitig sank die Arbeitslosigkeit unter ausländischen Staatsangehörigen. Auch die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ging zurück – insbesondere bei Menschen aus Asylherkunftsländern und aus der Ukraine.
„Zugewanderte Menschen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Fachkräftesicherung, zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur Finanzierung unserer sozialen Sicherungssysteme. Die aktuellen Zahlen zeigen: Der demografische Wandel kann durch erfolgreiche Integration spürbar abgefedert werden.“
Das sagte Christian Umlauf, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Arbeitskammer des Saarlandes.
Arbeitskammer sieht Jobcenter und Bürgergeld-Förderlogik als Erfolgsfaktoren
Die Fortschritte bei der Arbeitsmarktintegration führt die Arbeitskammer wesentlich auf die Arbeit der Jobcenter sowie auf die Förderlogik des Bürgergeldsystems zurück. Durch Sprachförderung, Beratung, Qualifizierung und kontinuierliche Begleitung seien viele Geflüchtete schneller in Beschäftigung integriert worden.
Die Ergebnisse decken sich nach Angaben der Arbeitskammer mit einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung. Diese kommt demnach ebenfalls zu dem Schluss, dass Zuwanderung zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes, zur Fachkräftesicherung und zur Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme beiträgt. Gleichzeitig verweist die Studie laut Mitteilung auf die Notwendigkeit, weiter in Sprachförderung, Qualifizierung und die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse zu investieren.
„Wer heute in Sprache, Qualifizierung und Integration investiert, investiert in die Zukunft des Saarlandes. Die Erfolge der vergangenen Jahre zeigen, dass eine gut ausgestattete Arbeitsmarkt- und Integrationspolitik wirkt. Deshalb dürfen funktionierende Integrationsstrukturen jetzt nicht geschwächt werden.“
So Umlauf weiter.
Bericht entwickelt Perspektiven bis 2040
Der Bericht der Arbeitskammer richtet sich nach eigenen Angaben auf Perspektiven für das Saarland im Jahr 2040. Eine zentrale Aussage lautet demnach, dass der demografische Wandel durch erfolgreiche Zuwanderung und eine funktionierende Integrationspolitik in seinen Folgen für Arbeitsmarkt und Fachkräftesicherung abgefedert werden könne.


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