Im Saarland könnten nach einer landesweiten Analyse rund 19.000 Hektar Landesfläche grundsätzlich mit vergleichsweise geringem bis mittlerem Konfliktrisiko für Photovoltaik-Freiflächenanlagen genutzt werden. Das geht aus einer Flächenpotenzialstudie hervor, die das saarländische Wirtschafts- und Energieministerium beauftragt hat. Das Ministerium teilte die Ergebnisse am 19. Oktober 2026 mit.
Einheitliche Kriterien für das ganze Land
Die Studie untersucht das gesamte Saarland nach einheitlichen Kriterien. Berücksichtigt wurden nach Angaben des Ministeriums unter anderem Belange von Landwirtschaft, Natur- und Wasserschutz, Siedlungen, Infrastruktur und sonstigen bestehenden Nutzungen.
Die Analyse weist aus
- Flächen, auf denen Freiflächen-Photovoltaik ausgeschlossen ist
- Flächen mit unterschiedlich hohen Konfliktrisiken
- Gunstflächen, etwa entlang von Autobahnen und Schienenwegen oder in den sogenannten benachteiligten Gebieten aus dem EU-Landwirtschaftsrecht
Die Studie unterscheidet fünf Konfliktrisikoklassen, von sehr geringem bis zu sehr hohem Konfliktrisiko. Rund 45.800 Hektar verteilen sich über alle Klassen.
Sie empfiehlt, den Ausbau innerhalb der ermittelten Flächenkulisse möglichst auf konfliktarme Standorte zu lenken. Eine konkrete Projektprüfung oder ein Genehmigungsverfahren ersetzt sie nicht.
Minister: Früher erkennen, wo Prüfung lohnt
Wirtschafts- und Energieminister Jürgen Barke sagte laut Mitteilung:
„Wir wollen Solarenergie dort ausbauen, wo sie sinnvoll ist und möglichst wenige Konflikte mit anderen Nutzungen entstehen. Dafür müssen wir wissen, welche Flächen überhaupt infrage kommen. Wir schaffen mit der vorliegenden Analyse frühzeitig Klarheit für Kommunen, Projektierer sowie Bürgerinnen und Bürger und können den Ausbau gezielt auf geeignete Flächen lenken.“
Zudem sagte Barke
„Eine Fläche auf der Karte ist noch kein Solarpark. Aber wir können jetzt sehr viel früher erkennen, wo sich eine genauere Prüfung lohnt – und wo erhebliche Hürden bestehen. Das macht Planungen zielgerichteter und Konflikte frühzeitig sichtbar.“
Strombedarf soll deutlich steigen
Bereits im September hatte das Ministerium das „Zielbild für die Energiewende im Saarland“ veröffentlicht. Darin heißt es, der Strombedarf im Saarland werde mit dem schrittweisen Ausstieg aus fossilen Energieträgern erheblich ansteigen. Bei fortschreitender Elektrifizierung wird für 2045 eine Erhöhung um rund 160 Prozent gegenüber dem Ausgangsjahr 2023 erwartet. Photovoltaik-Freiflächenanlagen könnten bis 2045 mit rund 4,5 TWh zur Stromproduktion beitragen.
Stillgelegte Bergbauflächen der RAG
Ein eigener Teil der Untersuchung widmet sich stillgelegten Bergbauflächen der RAG. Von zwölf untersuchten Flächen mit insgesamt 318 Hektar wurden rund 200 Hektar als grundsätzlich für Freiflächen-Photovoltaik geeignet bewertet. Das Konfliktrisiko liegt laut Studie deutlich unter dem Durchschnitt der gesamten Flächenkulisse im Saarland.
Barke sagte dazu
„Gerade ehemalige Bergbauflächen zeigen, wie Transformation konkret aussehen kann: Flächen, die jahrzehntelang für unsere industrielle Vergangenheit standen, können heute einen Beitrag zur Energieversorgung der Zukunft leisten.“
Auswertung für Netze und Speicher
Die Ergebnisse sollen auch mit Blick auf die weitere Energieinfrastruktur ausgewertet werden. Auf Grundlage der räumlichen Potenziale kann laut Ministerium unter anderem untersucht werden, wo zusätzlicher Netzbedarf entstehen kann und wo Batteriespeicher eingesetzt werden können.







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