Mindestens 42 Todesfälle in Polizeigewahrsam seit 2016

Polizei (Archiv)

Mindestens 42 Menschen starben in den letzten zehn Jahren in Deutschland im Polizeigewahrsam

Gevita Tagesresidenz

todesfälle im Polizeigewahrsam in Deutschland

In den vergangenen zehn jahren sind mindestens 42 Menschen in Deutschland im Polizeigewahrsam gestorben. Dies ergab eine Abfrage des Magazins „Stern“ bei allen Bundesländern.

Höchste zahlen in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg verzeichnete mit neun Todesfällen seit 2016 die höchste Zahl. Sechs dieser Fälle ereigneten sich im jahr 2019. Laut dem Innenministerium in Stuttgart waren fast alle Betroffenen stark alkoholisiert, was häufig der Grund für den Gewahrsam war. Alle Personen wurden zuvor ärztlich untersucht, wobei ein Arzt bescheinigte, dass ihr medizinischer Zustand eine Ingewahrsamnahme zuließ.

Weitere Bundesländer

Nordrhein-Westfalen meldete seit 2024 sechs Todesfälle im Polizeigewahrsam. Bayern gab ebenfalls sechs Todesfälle an, jedoch seit 2018.Hierbei handelt es sich um Fälle, bei denen ein kausaler Zusammenhang zwischen polizeilichem Handeln und dem Tod nicht ausgeschlossen werden kann.

Berlin, Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen verzeichneten jeweils ein oder zwei todesfälle in den letzten zehn Jahren.Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein meldeten keine Todesfälle. Niedersachsen und Brandenburg lieferten keine Zahlen.

hamburg

Die Hamburger Innenbehörde gab auf Anfrage des „Stern“ keine Zahlen bekannt. Eine Anfrage der Linken in der Hamburgischen Bürgerschaft ergab jedoch,dass zwischen 2020 und 2025 sechs Menschen bei freiheitsbeschränkenden Polizeimaßnahmen ums Leben kamen.

Erfassung der Todesfälle

Bisher gibt es keine zentrale Stelle, die Todesfälle in Polizeigewahrsam bundesweit offiziell erfasst. Die Länder wiesen teilweise auf die mögliche Unvollständigkeit ihrer Zahlen hin. Polizeigewahrsam bedeutet den kurzfristigen Freiheitsentzug einer Person, entweder zum eigenen Schutz oder zum Schutz anderer. Dies kann auf der Straße oder in Gewahrsamszellen auf Polizeidienststellen erfolgen.

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