Anstieg rechtsextremer Vorfälle an Schulen
Zahlreiche Bundesländer verzeichnen einen Anstieg rechtsextremer vorfälle an Schulen. Dies ergab eine Abfrage der „Welt am Sonntag“ bei den zuständigen Ministerien. Die Vergleichbarkeit der Zahlen zwischen den Bundesländern ist aufgrund unterschiedlicher Zählweisen und Melderegularien eingeschränkt, jedoch zeigt sich ein klarer Trend.
Entwicklung in den Bundesländern
In sachsen wurden 2023 insgesamt 149 rechtsextreme Vorfälle erfasst, 2024 waren es 155 und für 2025 bereits 245. Diese Zahlen basieren auf Meldungen von Schulleitungen über „besondere Vorkommnisse“ wie politische oder religiös extremistische einwirkungen sowie rassistische oder antisemitische Vorfälle. Kultusminister conrad Clemens (CDU) bezeichnete Rechtsextremismus als das größte gesellschaftliche Problem.
In Thüringen stieg die Zahl der Fälle von 113 im Jahr 2023 auf 198 im Jahr 2025. In Hessen wuchs die Zahl gemeldeter Vorfälle von 39 (2023) auf 159 (2025), in berlin von 74 (2023) auf 126 (2025) und in rheinland-Pfalz von 25 (2023) auf 78 (2025). Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete im Schuljahr 2024/2025 insgesamt 235 Meldungen zu extremistischen Hintergründen oder verfassungswidrigen Kennzeichen, ein deutlicher anstieg gegenüber dem vorherigen Schuljahr mit 195 vorfällen.Im laufenden Schuljahr wurden bislang 98 Vorkommnisse gemeldet.
In Sachsen-Anhalt stiegen die polizeilich registrierten rechten Straftaten an Schulen von 74 im Jahr 2023 auf 192 im Jahr 2024, was fast einer Verdreifachung entspricht. Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) betonte die Besorgnis über rechtsextreme Vorfälle an Grundschulen und die Bedeutung der frühen Vermittlung demokratischer Werte.Brandenburg zählte im Schuljahr 2022/2023 insgesamt 117 von Schulen gemeldete Rechtsextremismus-Fälle. Ein Jahr später waren es 560 Vorfälle, 2024/2025 lag die Zahl bei 386. Für das laufende Schuljahr 2025/2026 weist das Ministerium bislang 109 Fälle im ersten Halbjahr aus.
Nordrhein-Westfalen zieht Polizeidaten heran und beobachtet eine ähnliche Dynamik. 2023 registrierte die Polizei 277 politisch motivierte Straftaten mit der Tatörtlichkeit „Schule/Uni“, 2024 waren es 452 und für 2025 liegen Erkenntnisse zu 461 Fällen vor.











