Anstieg der Geschäftsreisen in Deutschland
Im vergangenen Jahr unternahmen Beschäftigte deutscher Unternehmen 116,1 Millionen Geschäftsreisen, was einem Anstieg von über acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. diese Zahl nähert sich dem Niveau von 2023 an, trotz der vorangegangenen zwei Jahre der Rezession. Dies geht aus einer branchenübergreifenden Befragung des Verbands Deutsches Reisemanagement unter 800 Unternehmen hervor, über die der „Spiegel“ berichtet.
Mittelstand treibt Reisewelle an
Überraschenderweise sind es nicht die großen Dax-Konzerne wie Volkswagen oder SAP, sondern mittelständische Unternehmen, die den Großteil der Reisen ausmachen. Unternehmen mit zehn bis 500 Beschäftigten bestreiten mehr als drei Viertel aller Reisen. Ihre reisetätigkeit wuchs um 5,6 Prozent,deutlich stärker als die der Großunternehmen. Ein möglicher Grund ist, dass kleinere Unternehmen keine Stabsabteilungen haben, die Märkte aus der Ferne analysieren. Bei drohendem Kundenverlust reist der Geschäftsführer oft persönlich.
Kostendruck und Anpassungen
Mittelständler stehen unter hohem Kostendruck und reagieren mit kürzeren aufenthalten und früheren Buchungen, oft in günstigeren Reiseklassen. 34 Prozent der Reisen dauern maximal einen Tag. Die durchschnittlichen Kosten pro Reise sanken auf 418 Euro, 4,8 Prozent weniger als im Vorjahr.
Verkehrsmittelwahl und Zukunftsaussichten
die Bahn hat das Flugzeug auf Inlandsstrecken verdrängt: 52 Prozent der Inlandsreisen erfolgen mit der Bahn, während nur 13 Prozent der Geschäftsreisenden das Flugzeug nutzen. Dies liegt auch am ausgedünnten Flugangebot. Bahnreisen bieten den Vorteil, während der Fahrt arbeiten zu können.
Der Trend zu mehr Geschäftsreisen scheint anzuhalten. 62 Prozent der befragten Unternehmen erwarten für 2026 einen weiteren Anstieg der Reisen, während nur vier Prozent mit einem Rückgang rechnen. Geschäftsreisen sind zunehmend Teil des Berufsalltags und nicht mehr nur ein Privileg der oberen Ebenen.



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