Verhandlungen über Werkübernahme in Ludwigsfelde
Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS verhandelt mit Mercedes-Benz über eine mögliche Übernahme des Werks in Ludwigsfelde, südlich von Berlin. Dies berichtet der „Spiegel“. Während die deutsche Automobilbranche mit Herausforderungen konfrontiert ist, erlebt die Rüstungsindustrie einen Aufschwung. Die Gespräche zwischen KNDS und Mercedes-Benz könnten zu einem Geschäft führen.
Investitionspläne von KNDS
KNDS, entstanden aus der Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und der französischen Nexter, plant Investitionen von einer Milliarde Euro in neue Kapazitäten. Ziel ist es, die steigende Nachfrage europäischer Armeen nach panzern und Militärfahrzeugen zu bedienen. Im vergangenen Jahr übernahm KNDS das von der Schließung bedrohte Alstom-Werk in Görlitz.
Geplante Bundeswehr-Bestellung
In den kommenden Monaten könnte die Bundeswehr bis zu 3.000 Exemplare des Radpanzers Boxer bestellen, die KNDS und Rheinmetall in verschiedenen Ausführungen produzieren. Trotz der Produktionsausweitung in München, wo bis zu zehn Boxer pro Monat gefertigt werden können, reichen die Kapazitäten für den erwarteten Großauftrag nicht aus.
Hintergrund zur Produktion in Ludwigsfelde
Mercedes-Benz produziert in Ludwigsfelde Fahrgestelle für den Transporter Sprinter. Ab 2030 soll die Produktion jedoch nach Jawor in Polen verlagert werden, was das Ende der Fertigung in Ludwigsfelde bedeuten würde. KNDS und Mercedes-Benz diskutieren daher über eine mögliche Übernahme des Werks und eines Teils der rund 2.000 Mitarbeiter. Eine Option ist, zunächst einen Teil des Werks zu mieten und parallel Militärfahrzeuge von KNDS sowie Vans von Mercedes zu produzieren. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.
Weitere Übernahmepläne von KNDS
KNDS prüft auch die Übernahme des VW-Werks in Osnabrück, das Volkswagen aufgrund mangelnder Auslastung abgeben möchte. Rheinmetall zeigte Interesse, zog sich jedoch zurück. Mercedes-Benz äußerte sich nicht zu den Gesprächen mit KNDS. Volkswagen erklärte, man prüfe „tragfähige Perspektiven“ für Osnabrück nach dem Auslauf der aktuellen fertigung im Jahr 2027 und stehe mit verschiedenen Marktakteuren im Austausch.KNDS bestätigte Gespräche mit mehreren Unternehmen über die Übernahme von Kapazitäten.



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