Wirtschaft

Bericht: Bürgergeld-Reform spart nicht die versprochenen Milliarden

Bundesagentur für Arbeit (Archiv)

Die seit Juli geltende neue Grundsicherung entlastet den Bundeshaushalt offenbar nicht. <h3>Hintergrund</h3>

Stadtwerke Friedrichsthal 2026

Die ‍seit Juli geltende neue Grundsicherung entlastet den⁤ Bundeshaushalt offenbar nicht. Das ergibt eine Auswertung der „Süddeutschen Zeitung“ aus den Monatsberichten des Bundesfinanzministeriums.

Zahlen aus den Monatsberichten

die Kosten für die Grundsicherung inklusive⁢ Mieten liegen demnach in den Monaten Juli (3,5 Milliarden ⁤Euro), August (3,4) und september (3,3) auf dem Niveau ‌der Vorjahresmonate 2025 (Juli: 3,5; August: 3,5; September: 3,4). Geringe schwankungen zeigen⁤ sich auch ‌in den Monaten der ersten Jahreshälfte, als die Reform noch nicht galt.

Experteneinschätzung

Bewertung durch das Ifo-Institut

Im Wahlkampf hatte die Union versprochen, mit einer Reform des Bürgergelds⁤ Milliarden Euro zu sparen. Experten sind nicht überrascht, dass das nicht eingetreten​ ist. „Das Versprechen hat Erwartungen geweckt, die​ die Reform nicht erfüllen konnte“, sagte Andreas Peichl vom Ifo-Institut der „Süddeutschen Zeitung“. Das schade am Ende der​ „Glaubwürdigkeit von Sozialreformen insgesamt“.

Die neue Grundsicherung verschärft vor allem die Sanktionen. Um ​nennenswert Ausgaben zu sparen, müssten mindestens eine Million Langzeitarbeitslose einen Job aufnehmen, sagte⁢ Peichl: „Das ⁤schafft kein Sanktionsrecht.“ Denn die meisten Leistungsbeziehenden seien ⁣gar nicht arbeitslos, sondern Kinder, Aufstocker, Alleinerziehende oder Menschen in arbeitsmarktpolitischen ⁣Maßnahmen wie Fortbildungen.

Hintergrund

Die Ausgaben für die grundsicherung sinken unabhängig von der Reform‌ seit Längerem leicht, weil mehr ukrainische Flüchtlinge arbeiten und weniger​ neue Flüchtlinge kommen. Allerdings gehen in der Industrie viele Arbeitsplätze verloren, was die Kosten für die⁤ Grundsicherung später wieder steigen lassen kann, warnen Experten.

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