BASF-Chef fordert EU zum Handeln gegen China auf
BASF-Vorstandsmitglied Markus Kamieth hat die Europäische Union aufgefordert, gegen unfaire Handelspraktiken chinesischer Unternehmen vorzugehen. „An vielen Stellen wird von chinesischen Unternehmen nicht sauber gespielt“, sagte Kamieth dem „Focus“. Er betonte, dass die EU nicht tatenlos zusehen dürfe, wenn der Handel gegen globale regeln verstoße.
Steigende Anti-Dumping-Fälle
Kamieth wies darauf hin, dass die Zahl der Fälle zur Prüfung von Anti-Dumping-Maßnahmen bei der EU in den letzten 12 bis 24 Monaten stark angestiegen sei. Seit 2023 habe sich die Anzahl verdoppelt. Er erklärte, dass in China enorme Überkapazitäten für viele Produkte bestünden, weshalb Hersteller diese teils unter den produktionskosten anböten, um sie in Europa zu verkaufen.
Abhängigkeit vom chinesischen Markt
Kamieth äußerte sich auch zu den Kräfteverhältnissen zwischen Europa und China. „Wir brauchen den chinesischen Absatzmarkt, sie brauchen uns nicht“, sagte er. „Erst recht brauchen sie keine Belehrungen von uns.“
Warnung vor moralischem Hochmut
Der BASF-Chef warnte vor moralischem Hochmut der deutschen politik. „Die Welt wartet nicht auf Nachhilfe aus deutschland, wie sie zu denken und zu leben hat“, sagte Kamieth. Er betonte, dass man akzeptieren müsse, dass westliche Werte nicht überall das Maß aller Dinge seien. Ebenso solle man nicht glauben, mit eigenen Innovationen einzigartig und überlegen zu sein.



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