Sipri sieht internationale Friedensmissionen in Gefahr

Vereinte Nationen (Archiv)

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri warnt vor einer Gefährdung der Zukunft internationaler Friedensmissionen. Ende 2025 werde die Zahl der Einsatzkräfte den niedrigsten Stand seit mindestens 25 Jahren erreichen, so das Institut

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Gefährdung internationaler Friedensmissionen

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri warnt vor einer Gefährdung der internationalen Friedensmissionen. Die Zahl der Einsatzkräfte in diesen Missionen erreichte Ende 2025 den niedrigsten Stand seit mindestens 25 Jahren.

Rückgang der Einsatzkräfte

Zum Jahresende 2025 waren 78.633 internationale einsatzkräfte in Friedensmissionen tätig, was einem Rückgang von 49 Prozent im Vergleich zu 2016 entspricht. Geopolitische Spannungen, politischer Druck und Finanzierungskrisen gefährden die Zukunft der multilateralen Friedenssicherung.

Warnung vor dramatischen Folgen

Jair van der Lijn, Direktor des Sipri-Programms für Friedensoperationen und Konfliktmanagement, warnte vor einer dramatischen Schwächung des multilateralen Konfliktmanagements.Institutionen wie die Vereinten Nationen könnten dadurch an den rand gedrängt werden. „Die Folge dürften mehr Konflikte sein, und diese Konflikte werden wahrscheinlich noch schwerwiegendere Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung haben, da Staaten seit langem etablierte Normen aufgeben.“

Aktive Missionen und Finanzierungskrise

Im Jahr 2025 waren 58 multilaterale Friedensmissionen in 34 Ländern oder Territorien aktiv,drei weniger als im Vorjahr. Sub-Sahara-Afrika und Europa beherbergten jeweils 18 Missionen,der Nahe Osten und Nordafrika 14,die Amerikas fünf und Asien und Ozeanien drei. Fast drei Viertel der Einsatzkräfte waren in nur fünf Missionen tätig,von denen vier in Sub-Sahara-Afrika stattfanden. Die Finanzierungskrise der UN-Friedensmissionen verschärfte sich,da wichtige Geldgeber ihre Verpflichtungen nicht rechtzeitig oder vollständig erfüllten. Im Juli 2025 fehlten den UN-Friedensmissionen zwei Milliarden US-Dollar, was mehr als 35 Prozent ihres Gesamtbudgets für 2024-25 ausmachte.

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