Andreas Gassen kritisiert geplante Teilkrankschreibung
Der chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas gassen, hat die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) geplante Teilkrankschreibung scharf kritisiert. In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ bezeichnete Gassen den Vorschlag als „absurden Ansatz“. Er betonte, dass die Regelung entgegen der allgemeinen Forderung nach Entbürokratisierung stehe.
Kritik an bürokratischem Aufwand
Gassen wies darauf hin, dass eine Teilzeitkrankschreibung von Ärzten eine detaillierte Kenntnis des Arbeitsverhältnisses erfordere. „Die genaue Kenntnis von Arbeitsplatz und Arbeitsumständen wäre dafür notwendig“, erklärte er. Er stellte die Frage, wie Ärzte dies leisten sollten, und kritisierte gleichzeitig die Kürzungen bei der Vergütung. „Das klingt nicht nur wie ein schlechter Witz, das ist auch einer“, so Gassen.
Vorschlag zu Karenztagen
Stattdessen erneuerte Gassen seine Forderung nach der Einführung von Karenztagen. Er schlug vor, die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erst ab dem vierten Arbeitstag verpflichtend zu machen, was laut ihm Einsparungen von rund 300 millionen Euro jährlich ermöglichen würde. Karenztage sind Krankheitstage ohne Lohnfortzahlung.
Gesetzentwurf von Warken
Der Gesetzentwurf von Ministerin Warken sieht vor, dass Ärzte eine „Teilarbeitsunfähigkeit in Höhe von 25, 50 oder 75 Prozent der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit des Versicherten“ feststellen können. Eine ähnliche Regelung existiert bereits in Schweden.



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