Rückgang der Asylanträge russischer Staatsangehöriger
Seit dem Höchststand 2023 sind die Asylanträge russischer Staatsangehöriger in Deutschland 2025 weiter gesunken. Von Anfang Januar bis Ende November beantragten 3.640 Russen Schutz in DeutschlandRückgang der Asylanträge russischer Staatsangehöriger in Deutschland
Von Anfang Januar bis Ende November 2025 haben 3.640 russische Staatsangehörige Asyl in Deutschland beantragt. Im Gesamtjahr 2024 waren es noch 5.625 und 2023 sogar 9.028 Anträge. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der linksfraktion im Bundestag hervor, über die die Tageszeitungen der Funke-Mediengruppe berichten.
Entwicklung der Schutzquote für russische Antragsteller
Gesamtzahlen russischer Staatsangehöriger
Die meisten Asylanträge russischer Staatsangehöriger lehnte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) ab. Laut Bundesinnenministerium lag die bereinigte schutzquote – ohne formelle Ablehnungen und Dublin-Verfahren – von Januar bis November 2025 bei 6,8 Prozent. Im Jahr 2024 hatten noch 10,2 Prozent der Antragsteller einen flüchtlingsstatus erhalten, 2023 waren es 29 Prozent.
Antragsteller aus Tschetschenien
Aus den Regierungszahlen geht hervor,dass in den vergangenen Jahren 60 bis 70 Prozent der russischen Antragsteller aus Tschetschenien stammten. Zugleich erhalten nur noch wenige Tschetschenen Schutz in Deutschland. Während die Asylquote zwischen 2021 und 2023 laut Bundesinnenministerium noch bei 16 bis 21 Prozent lag, fiel sie 2025 auf 3,9 Prozent.
Russische Volkszugehörige
Russische Volkszugehörige bilden 2025 die zweitgrößte Gruppe unter den Asylsuchenden aus Russland. Von januar bis Ende november beantragten 357 Personen dieser Gruppe Schutz in Deutschland.In den Jahren 2022 und 2023, den ersten beiden Kriegsjahren, waren es laut Antwort der Bundesregierung jeweils noch mehr als 1.000.
Auch in dieser Gruppe sinkt die Anerkennungsquote. 2022 hatte jeder zweite Antragsteller russischer Volkszugehörigkeit Schutz in Deutschland erhalten. 2024 war es noch jeder Vierte. 2025 sank die Schutzquote auf 21,6 Prozent.
kritik der Linksfraktion an anerkennungsquoten
Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Clara Bünger, kritisierte die aus ihrer Sicht niedrigen Anerkennungsquoten für Menschen aus Russland. Es gebe Gründe, warum viele Menschen sich zur Flucht aus Russland gezwungen sähen, sagte Bünger den Funke-Zeitungen. Bürgerrechte würden dort massiv eingeschränkt, kritische Stimmen unterdrückt und Minderheiten wie LGBTIQ kriminalisiert.Sie erwarte, dass die Asylbehörde Asylsuchenden aus Russland den Schutz gewähre, den sie aus ihrer Sicht dringend benötigten.
Russische Staatsangehörige in Deutschland und Abschiebungen
Ende 2025 lebten in Deutschland knapp 286.000 Menschen mit russischer Staatsbürgerschaft. Jeder Zweite verfügte über ein unbefristetes Aufenthaltsrecht. Knapp 92.000 Personen hatten einen befristeten Aufenthaltstitel. 11.500 menschen waren formell ausreisepflichtig, davon verfügten 10.700 über eine Duldung.Von Januar bis Ende Oktober 2025 schoben die deutschen Behörden 111 Personen nach Russland ab. Die Rückführungen erfolgten über die Transitstaaten Georgien, Serbien und Marokko.











