Gauck warnt Medien vor Überbetonung von Missständen

Joachim Gauck (Archiv)

Altbundespräsident Joachim Gauck fordert mehr konstruktive Berichterstattung in deutschen Qualitätsmedien, um die Stärken der Demokratie zu betonen

Gevita Tagesresidenz

Joachim Gauck fordert konstruktivere Berichterstattung

altbundespräsident Joachim Gauck hat die deutschen Qualitätsmedien dazu aufgerufen, mehr konstruktive Berichterstattung zu leisten, um die Stärken der Demokratie zu betonen. Bei einer Veranstaltung der Madsack-Mediengruppe, zu der auch das „redaktionsnetzwerk Deutschland“ gehört, äußerte Gauck seine Bedenken.

Kritik an einseitiger Berichterstattung

Gauck warnte davor, dass eine ausschließliche Fokussierung auf Missstände eine „Kultur des Grundverdachtes und des Grundverdrusses“ verstärken könnte. Er kritisierte, dass in der medienwelt oft die Defizite der Demokratie mehr Beachtung fänden als deren Sicherung.

Staatsbürgerliches Unbehagen

Der Altbundespräsident äußerte sein „staatsbürgerliches Unbehagen“ darüber, dass viele Menschen aufgrund der zahlreichen investigativen Berichte über Mängel und Fehler mit Gleichgültigkeit oder Wut reagierten. Er betonte, dass es bereits zu viele Bürger gebe, die an der Qualität der Demokratie zweifelten.

Appell an die Medien

gauck forderte von den Qualitätsmedien „mehr Augenmaß oder mehr Fairness“. Er betonte, dass Kritik vor allem dort nötig sei, wo demokratie und Freiheit infrage gestellt würden, wie etwa in den USA durch Donald Trump. In Zeiten schwindender Akzeptanz des Guten müsse der Journalismus seiner Verantwortung für die Demokratie gerecht werden.

Neue Formate und Motivation

Gauck hob hervor, dass qualitätsjournalismus sich zwar gegen choice Fakten und die „Vernebelung und Verdunkelung von Wirklichkeit“ einsetze, dies jedoch nicht mehr ausreiche. Er forderte die Schaffung neuer Formate, die das Publikum nicht nur als Konsumenten ansprechen, sondern auch zur aktiven Teilnahme an der Gesellschaft motivieren.

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