EU und Parlament einigen sich auf Maßnahmen zur Arzneimittelproduktion
Die Verhandlungsführer der EU-Mitgliedsstaaten und des EU-Parlaments haben sich am Dienstagmorgen auf Maßnahmen verständigt, um die Abhängigkeit der EU von arzneimittel-Importen zu verringern.
Strategische Projekte zur Stärkung der Produktionskapazitäten
Künftig sollen „strategische Projekte“ in der EU festgelegt werden, um Produktionskapazitäten für kritische Arzneimittel wie Antibiotika, Insulin und Impfstoffe zu schaffen, zu modernisieren und zu erweitern. Unternehmen, die finanzielle Unterstützung auf nationaler oder EU-Ebene erhalten, sollen vorrangig den EU-Markt beliefern müssen.Auch Arzneimittel, die in mehreren Ländern nicht ausreichend verfügbar sind, sowie Medikamente zur Behandlung seltener Krankheiten sollen von diesen projekten profitieren.
Förderung der Diversifizierung und gemeinsame Beschaffung
Auftraggeber in der EU sollen verpflichtet werden, Vergabevorschriften anzuwenden, die die Diversifizierung der Bezugsquellen für kritische Arzneimittel fördern. Die EU-Kommission soll im Namen der Mitgliedstaaten Vergabeverfahren einleiten, wenn mindestens fünf Länder dies beantragen.
Stärkung der Versorgungssicherheit
Der kroatische Abgeordnete Tomislav Sokol (EVP), Berichterstatter des EU-Parlaments, erklärte: „Mit der heutigen Einigung stellen wir die interessen der Patienten klar in den Mittelpunkt, stärken die Widerstandsfähigkeit Europas und fördern die Wettbewerbsfähigkeit unseres Pharmasektors.“ Die Einführung gemeinsamer Beschaffungsmaßnahmen auf EU-Ebene sei ein konkreter Schritt,um Engpässen entgegenzuwirken und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Nächste Schritte
Die neuen Vorschriften können nur in Kraft treten, wenn sowohl das Parlament als auch der Rat zustimmen.



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