Volksentscheid in Hamburg zu Klimaziel erfolgreich

Fähre im Hamburger Hafen (Archiv)

In Hamburg wurde das Klimaziel per Volksentscheid um fünf Jahre vorgezogen. Eine Initiative zum Grundeinkommen scheiterte

Toyota Scheidt

Volksentscheid in hamburg: Klimaziel wird vorgezogen

Am ⁣Sonntag⁣ hat ​ein volksentscheid in Hamburg dazu geführt, dass das Klimaziel der Stadt um fünf‍ jahre vorverlegt wird. ‍Nach Auszählung von etwa 95 Prozent⁤ der Stimmen‌ lag der „Hamburger ⁣Zukunftsentscheid“ ⁤mit rund 53 Prozent Zustimmung uneinholbar vorne. ​Eine weitere Initiative zum Grundeinkommen scheiterte hingegen⁤ deutlich. Die Initiative ‌„Hamburg testet Grundeinkommen“ erhielt eine Ablehnung von knapp zwei Dritteln der Wähler.

Klimaneutralität bis 2040

Die ‍Initiatoren des „Zukunftsentscheids“ fordern, dass Hamburg bereits bis 2040 ​klimaneutral wird. Damit soll das Ziel fünf ⁣Jahre früher erreicht werden als vom rot-grünen senat geplant. Vorgesehen sind unter anderem verbindliche Jahresobergrenzen für den⁣ CO2-ausstoß und eine Reduzierung des Autoverkehrs. Dazu⁢ zählt beispielsweise eine weitere Landesförderung‌ für das „Deutschlandticket“.

Reaktionen​ aus Politik und Wirtschaft

Die rot-grüne Landesregierung‍ sowie‍ alle Bürgerschaftsfraktionen – mit Ausnahme der Linken – hatten sich gegen ⁣beide ⁣Volksentscheide ausgesprochen.Der Grünen-Landesverband unterstützte jedoch den Volksentscheid‌ zum Klimaziel, während die Grünen-Fraktion im Senat dagegen⁤ war. Auch ​Handelskammer, ​Handwerkskammer, der Industrieverband und verschiedene Immobilienverbände ⁢lehnten den Klima-Entscheid ab. Wohnungsunternehmen warnten vor einem möglichen Anstieg der⁤ Wohnkosten⁣ um bis zu vier Euro pro Quadratmeter.

Abgelehnter‍ Volksentscheid zum Grundeinkommen

Mit dem Volksentscheid⁤ zum Grundeinkommen wollten die ⁣Initiatoren einen staatlichen Modellversuch​ starten. geplant war, ‍dass‌ 2.000 Menschen in Hamburg drei Jahre lang bedingungslos eine regelmäßige Geldzahlung erhalten. Dafür‌ sollten ganze Straßenzüge ausgewählt‍ werden, um eine möglichst repräsentative Bevölkerungsstruktur abzubilden.

Hintergrund: Abstimmungsmodalitäten

Ein Volksentscheid in Hamburg gilt als erfolgreich,wenn mehr Ja-Stimmen als Nein-Stimmen abgegeben werden und mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten der letzten Bürgerschaftswahl das Vorhaben unterstützen. Bei dieser Wahl entsprach das 262.609 Personen. Die Wahlbeteiligung lag am​ Sonntag bei rund 44 Prozent,sodass das Quorum bei einer relativen Mehrheit automatisch ‍erreicht wurde.Es handelte sich um die ersten Volksentscheide in Hamburg ⁣seit dem Olympia-Referendum ⁢im jahr‌ 2015.

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