NRW-Umweltminister fordert Textilgesetz
NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) drängt auf die Einführung eines Textilgesetzes, das Hersteller von Textilien für Entsorgungskosten mitverantwortlich macht.In einem Gespräch mit der „Rheinischen Post“ äußerte Krischer, dass die Altkleidersammlung zunehmend unter Druck gerate.
Herausforderungen für Kommunen und Sammler
Krischer betonte, dass die steigenden Mengen und die schlechtere Qualität der gesammelten Textilien, von denen viele nicht mehr wiederverwendbar seien, vor allem Kommunen und gemeinnützige Sammler an ihre Grenzen brächten. Ohne eine Neuordnung der Verantwortung drohe das bestehende Sammelsystem wirtschaftlich zu kippen. Die Hersteller müssten stärker in die Pflicht genommen werden, da sie für die Textilien sowie deren Entsorgung und Recycling mitverantwortlich seien.Derzeit trügen vor allem Sammler und Kommunen die Kosten und Risiken. „Das muss sich ändern. Die Hersteller müssen an den Kosten beteiligt werden“, so Krischer.
problem „Fast Fashion“
Besonders problematisch sei „Fast Fashion“, also günstig produzierte Kleidung, die Verbraucher schnell wieder entsorgen wollen. Diese eigne sich oft nicht für den Second-hand-Markt und falle in großen Mengen bei Textilsammlungen an. Die „Rheinische Post“ nennt Zahlen des Landesumweltamts, die das Ausmaß verdeutlichen: 2012 sammelten öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger in NRW 16.184 Tonnen Alttextilien, 2024 waren es nach vorläufigen Daten 36.145 Tonnen.Sammlungen von karitativen oder gewerblichen akteuren sind in dieser statistik nicht erfasst.
bundesweite Initiative
Das Bundesumweltministerium hat im März ein „Eckpunktepapier zur Einführung einer erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien“ vorgelegt. dieses Papier soll die Grundlage für ein bundesweites Textilgesetz bilden.



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