Ischinger lobt Selenskyj und schließt Versöhnung mit Moskau nicht aus
Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wegen dessen Auftretens gegenüber Kremlchef Wladimir Putin als „weltpolitischen Helden“ bezeichnet. Mut und politisches Geschick kennzeichneten Selenskyjs Politik, sagte Ischinger dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
Einschätzung zu selenskyjs Krisenmanagement
ischinger erklärte, er kenne kaum jemanden, der in Drucksituationen so geschickt agiere wie der 47-jährige Ukrainer. Der frühere deutsche Botschafter in Washington und London verwies dabei auf die Diskussion um eine vorgezogene Präsidentschaftswahl in der Ukraine.
Beispiel präsidentschaftswahlen in der Ukraine
als Beispiel nannte Ischinger die Reaktion Selenskyjs auf die Forderung von Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump, die eigentlich für 2024 geplanten ukrainischen Präsidentschaftswahlen vorzeitig anzusetzen. In Kriegszeiten sei die Organisation von Wahlen logistisch so gut wie unmöglich,sagte Ischinger. Selenskyj habe der Forderung jedoch zugestimmt und amerikanische sowie europäische Sicherheitsgarantien zur Bedingung gemacht.
Perspektive auf Verhältnis zu Russland
Prinzipiell könne er sich eine Versöhnung mit Moskau vorstellen, sagte Ischinger weiter. Dazu bedürfe es jedoch eines Personalwechsels in Russland. Mit Wladimir Putin werde eine solche Entwicklung aus seiner Sicht kaum möglich sein.
Warnung vor vorschnellen Geschäften mit Moskau
Ischinger betonte, in der Politik sei nichts ewig, auch die Zeit von Diktatoren gehe zu Ende. Deutsche Politiker warnte er davor, jetzt wieder für Geschäfte mit Moskau zu plädieren. Dies wirke in osteuropäischen Ländern „wie Gift“.










