Landkreistag schreibt wegen Rekorddefizit Brandbrief an Merz

Rathaus (Archiv)

Der Deutsche Landkreistag fordert von der Bundesregierung Entlastung der Kommunen angesichts eines Rekorddefizits

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Landkreistag fordert Entlastung der Kommunen

Der​ deutsche Landkreistag hat die Bundesregierung‌ dazu aufgerufen, die kommunen finanziell zu entlasten. In einem ⁤Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Finanzminister lars Klingbeil (SPD), über den die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, heißt es, dass trotz der Bundesmittel aus dem Sondervermögen in den Kommunen kaum geld⁢ für Investitionen zur Verfügung stehe.

Rekorddefizit bei ​Kommunen

Der Präsident des Landkreistags, Achim Brötel (CDU), und der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Hans-Günter henneke, ⁣betonen, dass Städte, Landkreise und Gemeinden in einer bisher nicht dagewesenen notlage seien. Das kommunale Defizit werde‌ im laufenden Jahr voraussichtlich auf 35 Milliarden⁤ Euro ansteigen. Die Länder seien‍ nicht in der Lage, zu helfen, weshalb der Bund ‌kurzfristig⁤ Soforthilfe leisten müsse.

Haushaltsaufstellung ohne‌ Entlastung

Einen Monat vor der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen weisen brötel und Henneke darauf hin, dass⁣ derzeit Haushalte in ‍den Landkreisen aufgestellt würden, ohne dass eine Kostenentlastung für die Kommunen in Sicht sei. Sie warnen, dass dies die Unzufriedenheit vor Ort verstärken⁤ und antidemokratischen ⁢Kräften Vorschub leisten könnte.als Hauptursache für das ‌Defizit wird die Kostenentwicklung im sozialen Bereich genannt.

Forderung nach Übernahme der Flüchtlingskosten

Brötel und Henneke erinnern daran, dass⁣ der Bund zwischen 2015 und‍ 2021 die flüchtlingsbedingten Unterkunfts- und Heizkosten vollständig übernommen​ habe. Diese Unterstützung könne in Form einer Soforthilfe fortgesetzt ⁤werden. Für das Jahr 2024 hätten die Kommunen 3,41 Milliarden Euro für diese Kosten aufgebracht.

Die Kommunen sprechen sich unter anderem für einen Wechsel ukrainischer Flüchtlinge vom Bürgergeld in die Leistungen für Asylbewerber aus. Der landkreistag fordert, dass dieser Wechsel für alle ukrainischen flüchtlinge erfolgen soll, ‍nicht nur für neu aufgenommene, wie es im Koalitionsvertrag vorgesehen ist. Im ‍koalitionsvertrag ist festgelegt, dass der ⁣Bund​ die Kosten übernimmt, die für​ Länder und Kommunen entstehen, wenn ukrainische Flüchtlinge nach dem Asylbewerberleistungsgesetz unterstützt werden. Dies‍ betrifft etwa 1,375 Milliarden Euro.

Ungleichgewicht ⁢bei Einnahmen und Ausgaben

Brötel und Henneke führen das finanzielle Ungleichgewicht der Kommunen auch darauf zurück, dass‌ diese bei einem Anteil von etwa einem Siebtel ​an den ⁣öffentlichen Steuereinnahmen einen ⁤Ausgabenanteil von deutlich mehr als einem Viertel tragen müssten. ​Sie betonen, dass die kommunale⁢ Ebene bereits in normalen Zeiten auf eine signifikante Aufstockung ihrer Einnahmen angewiesen ⁣sei, um ihre Aufgaben erfüllen zu können.

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