Innenminister der Länder uneins über Zurückweisungen an Grenze

Deutsche Grenzkontrolle (Archiv)

Die Bundesregierung steht unter Druck, die Zurückweisungen von Asylsuchenden an den Grenzen zu rechtfertigen. Der Asylrechtler Daniel Thym sagte dem "Focus", das juristische Eis werde dünner, da eine Ausnahmesituation schwerer anzunehmen sei

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Einleitung

Die Bundesregierung sieht sich wachsendem Druck ausgesetzt, die Zurückweisungen von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen zu rechtfertigen. Der Asylrechtler Daniel Thym äußerte im⁤ „Focus“ bedenken hinsichtlich⁣ der⁤ rechtlichen‌ Grundlage dieser maßnahmen.

hintergrund

Die ⁢Zurückweisungen sind europarechtlich umstritten, da‍ Mitgliedstaaten verpflichtet sind, Asylanträge zu prüfen. Die⁣ Bundesregierung beruft sich auf einen EU-Notstands-Artikel, der nationales Recht‍ über europäisches Recht​ stellt, wenn eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit besteht. Am⁣ 12. ​Juni 2026 tritt das neue Gemeinsame⁢ Europäische Asylsystem in Kraft, was die rechtliche Lage weiter verkomplizieren könnte.

Positionen der Bundesländer

Die Innenminister der Union unterstützen ‌die Maßnahme. Baden-Württembergs Ministerin​ Marion Gentges betonte die Wirksamkeit der Grenzkontrollen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ‍sieht darin ein Signal für eine Migrationswende. Sachsens Innenminister armin Schuster bezeichnet‍ die Zurückweisungen als ersten Schritt der ‍Asylwende.

Kritische Stimmen

Niedersachsens Innenministerin Daniela ​Behrens äußerte zweifel ⁤an der rechtlichen Grundlage und wies auf die gesunkenen Zugangszahlen hin. Sie warnte vor einer Überlastung der Bundespolizei. Bremens Integrationssenatorin Claudia Schilling forderte ein rechtsstaatliches‍ Asylverfahren und betonte die Bedeutung von Integration angesichts des Fachkräftemangels.

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