Warnung vor Steuerbelastung für Gutverdiener
Handwerkspräsident Jörg Dittrich hat vor einer Belastung der Gutverdiener im Rahmen der geplanten Steuerreform gewarnt. In einem Interview mit der „Bild am Sonntag“ betonte Dittrich, dass viele Unternehmen als Personenunternehmen strukturiert seien, bei denen die Einkommensteuer zugleich die Unternehmenssteuer darstelle.Eine Erhöhung der Steuerlast für Personen mit sechsstelligem Einkommen treffe direkt die Leistungsträger.
Auswirkungen auf das Handwerk
Dittrich kritisierte, dass während über Entlastungen bei der Körperschaftsteuer gesprochen werde, drei Viertel der handwerksbetriebe als Personenunternehmen außen vor blieben.Diese Unternehmen stünden im Regen und müssten mehr bezahlen. Er forderte, die Steuerpolitik stärker an Leistungsanreizen auszurichten, da viele Selbstständige und Facharbeiter den Eindruck hätten, dass sich Mehrarbeit nicht lohne.
Notwendigkeit struktureller Reformen
Mit Blick auf die Sozialversicherungssysteme mahnte Dittrich strukturelle Reformen an. Er kritisierte, dass Arbeit zu stark mit Steuern und Abgaben belastet sei, was Leistungen verteuere und verhindere. Dies führe zu einer „Todesspirale“, da nicht erbrachte Leistungen auch keine Sozialabgaben generierten.
Flexibilität in der Arbeitszeitdebatte
In der Debatte um Arbeitszeiten plädierte Dittrich für mehr Flexibilität.Er wies darauf hin, dass der wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten oft von den Beschäftigten selbst komme. Mitarbeiter sollten die Möglichkeit haben, zeitweise länger zu arbeiten und dafür später mehr Freizeit zu nehmen. Gleichzeitig müsse bei Missbrauch gegengesteuert werden.In einer stagnierenden Wirtschaft sei es wichtig, neue Wege zu gehen und mehr Flexibilität zuzulassen.



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