Handwerkspräsident fordert Umdenken bei beruflicher Bildung

Umbauarbeiten im Bundestag (Archiv)

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Jörg Dittrich, fordert ein Umdenken bei der Bewertung beruflicher Bildung

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Forderung nach Umdenken in der beruflichen Bildung

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg dittrich, fordert ein gesellschaftliches und politisches Umdenken bei der Bewertung beruflicher Bildung. „wohlstand kann nicht nur über Abitur und Studium erreicht werden, sondern auch über berufliche Bildung“, sagte Dittrich den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Gleichwertige Betrachtung von Bildung

Dittrich betonte die Notwendigkeit eines klaren politischen Bekenntnisses zur gleichwertigen Betrachtung von akademischer und beruflicher Bildung. Dies müsse rechtlich abgesichert werden.Der ZDH fordert daher ein Qualifikationsrahmengesetz. Zudem mahnte Dittrich höhere Investitionen in die Bildungsstätten des Handwerks an. Der Sanierungsstau bei den Bildungszentren liege bei mehr als vier Milliarden Euro.Die Förderung müsse, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, verlässlich erhöht werden. „Wir stehen im Wettbewerb mit den Hightech-Hörsälen der Universitäten“, so Dittrich.

Stabilität in der Ausbildung

Trotz des demografischen Wandels sieht Dittrich das Handwerk bei der Ausbildung auf einem stabilen Kurs. Seit drei Jahren steigen die Zahlen neuer Ausbildungsverträge leicht. Besonders Berufe des sozialen Miteinanders und der Transformation entwickeln sich positiv,etwa Elektroniker,Dachdecker,Schornsteinfeger oder Anlagenmechaniker für Sanitär,Heizung und klima. „Wer Sicherheit und Sinnstiftendes will, sollte ins Handwerk gehen“, sagte Dittrich.

Attraktivität der Ausbildung

Dittrich räumte ein, dass die Ausbildung weiter attraktiver werden müsse.“Berufe verändern sich ebenso wie die Erwartungen junger Menschen“,sagte er. Es sei ein permanenter Wettbewerb, das beste Ergebnis zu erzielen.

Kritik an Ausbildungsplatzumlagen

Scharfe Kritik übte dittrich an Ausbildungsplatzumlagen, wie sie in Bremen existieren und in Berlin geplant sind.Betriebe, die nicht ausbilden, sollen zahlen. Dittrich kritisierte, dass auch Unternehmen belastet würden, die keine Bewerber fänden. Er verwies auf die hohe Ausbildungsleistung des Handwerks, das etwa jede dritte Ausbildung bundesweit absolviert. „Eine großartige überproportionale Leistung des Handwerks“, sagte er. „Das halte ich für völlig falsch und bin echt empört.“

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