Entwicklungshelfer kritisieren Entwicklungsministerin

Reem Alabali Radovan am 12.01.2026

Der Dachverband der entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen Venro kritisiert Bundesentwicklungshilfeministerin Reem Alabali-Radovan (SPD). Ein Sprecher sagte am Montag, mit der neuen Strategie drohe die deutsche Entwicklungszusammenarbeit „zu einem geopolitischen und wirtschaftlichen Instrument zu werden

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Dachverband Venro kritisiert neue Strategie des Entwicklungsministeriums

Der Dachverband ‍der entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen ‌Venro‍ hat Bundesentwicklungshilfeministerin‌ Reem Alabali-Radovan (SPD) ​für ihre neue Strategie in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit⁢ kritisiert. Mit⁢ der Neuausrichtung drohe die⁣ Entwicklungszusammenarbeit „zu einem geopolitischen und wirtschaftlichen Instrument ‌zu werden“, sagte ein Sprecher des Verbandes am Montag der dts nachrichtenagentur.

Kritik an wirtschaftlicher Ausrichtung​ der Entwicklungszusammenarbeit

Venro bemängelt insbesondere den​ verstärkten Fokus auf wirtschaftliche Zusammenarbeit.Dieser ziele nach Einschätzung des Verbandes kaum auf das Ziel einer nachhaltigen globalen Entwicklung ab, sondern scheine⁢ vornehmlich nationale Wirtschaftsinteressen zu betonen. Die ⁤Entwicklungszusammenarbeit dürfe ‌nicht zu einem Förderinstrument dieser Interessen ⁣werden, sondern müsse weiterhin in erster‍ Linie auf den Abbau globaler Ungerechtigkeiten abzielen, sagte der Sprecher.

Bewertung des ​fokus auf⁣ Frieden ‌und Stabilität

Auch den ⁤stärkeren Schwerpunkt auf die Förderung von Frieden und Stabilität vor allem in ‍der⁢ europäischen Nachbarschaft sieht ​Venro kritisch. Die Schaffung von Frieden und stabilität dürfe nicht als geopolitisches Instrument zur Förderung nationaler interessen instrumentalisiert werden, hieß es. Als Dachverband hätte sich⁢ Venro nach eigenen ‌Angaben ein deutlicheres Signal für den eigenständigen Wert der Entwicklungszusammenarbeit​ als strategisches Mittel im Einsatz ⁣für globale Gerechtigkeit, nachhaltige Entwicklung​ und universelle Menschenrechte gewünscht.

Vorstellung der neuen Strategie durch die Ministerin

Reaktion auf geplante Kürzungen ‍im Etat

Reem Alabali-Radovan hatte am Montagvormittag ihre neue Strategie für ‌die deutsche Entwicklungspolitik ‌vorgestellt.⁢ Mit der Neuausrichtung ‌reagiert sie unter anderem‌ auf die geplanten Kürzungen im Etat des ⁣Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Nach ihren Worten soll⁢ die deutsche Entwicklungspolitik „strategischer,‌ fokussierter und partnerschaftlicher“ werden.

Regionale Schwerpunkte und⁢ neue Kooperationsformen

Künftig soll stärker zwischen‍ unterschiedlichen Formen der Zusammenarbeit ‍unterschieden werden. So ist vorgesehen, dass die Kooperation mit aufstrebenden Volkswirtschaften ⁤verstärkt über zurückzuzahlende Kredite‍ erfolgt. Regional will das BMZ seine arbeit für Frieden und Stabilität auf die europäische Nachbarschaft, den ⁢nahen Osten und Nordafrika, den Sahel ‍sowie das Horn von Afrika konzentrieren.

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