Bundesinnenminister warnt vor Stildebatten
Alexander Dobrindt, Bundesinnenminister und CSU-Politiker, äußert Bedenken über die wachsende Nervosität innerhalb der Bundesregierung. In einem Interview mit dem Videoformat „Spitzengespräch“ des „Spiegels“ sagte er: „Ich sehe natürlich in gewissem Maße schon auch Nervosität.“ Diese sei auch auf die politische Lage und die aktuellen Umfragewerte zurückzuführen.
Koalitionsinterne Spannungen
Dobrindt kritisierte den Umgang der koalitionspartner untereinander. Er verwies auf die öffentliche Kritik von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) an den Vorschlägen von Vizekanzler lars Klingbeil (SPD). Dobrindt stellte die Frage, ob solche Auseinandersetzungen notwendig seien, und warnte davor, dass die koalition in Stildebatten abrutschen könnte. Inhaltliche Auseinandersetzungen seien in einer Koalition zu erwarten, problematisch werde es jedoch bei Stilvorwürfen.
Kritik am Koalitionstreffen
Der Innenminister äußerte sich auch kritisch zur Bilanz des zweitägigen Koalitionstreffens in der Villa Borsig. „Dass man in diesen zwei Tagen auch hätte mehr erarbeiten können, das glaube ich auch. Da gab es schon ein bisschen Frust“, sagte Dobrindt.Die Vorbereitungen hätten mehr zugelassen, doch viele Themen seien nur zu 80 Prozent abgeschlossen worden und lägen noch auf dem Tisch.
Defizite bei Tempo und Stil
Dobrindt räumte ein, dass die Regierung bei Tempo und Stil Defizite habe. In der öffentlichen Wahrnehmung gebe es eine Erwartungshaltung, die nicht vollständig erfüllt worden sei. Bei zentralen Reformfeldern wie der Arbeitsmarkt- und Steuerpolitik müsse es aus seiner Sicht schneller vorangehen.



Schreibe einen Kommentar