Datenschützerin kritisiert Geheimdienstreform scharf

Louisa Specht-Riemenschneider (Archiv)

Die geplante Reform der Geheimdienste sorgt für erhebliche Kritik

Anzeige AWO Sulzbach

geplante Geheimdienstreform stößt auf Kritik

Die geplante Reform der Geheimdienste in Deutschland sorgt für erhebliche Kritik. Deutschlands oberste Datenschützerin, Louisa Specht-Riemenschneider, äußerte gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ Bedenken hinsichtlich der Bürgerrechte.

Warnung vor polizeilichen Befugnissen

Specht-Riemenschneider, Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, betonte, dass Nachrichtendienste nicht wie die Polizei handeln und eingreifen dürften. Sie sieht die Gefahr, dass das Bundesverfassungsgericht den Gesetzentwurf als zu weitgehend einstufen könnte. Ihrer Meinung nach gibt es unakzeptable Einschränkungen der Grundrechte.

Zugriff auf Überwachungsanlagen

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Verfassungsschutz und BND künftig auf öffentliche und private Videoüberwachungsanlagen zugreifen dürfen, einschließlich Tonaufnahmen und Echtzeitbildern.Auch Daten von kameras oder Drohnen, die über das Zulässige hinausgehen, sollen verwendet werden dürfen.

Kritik an Datenspeicherung

Specht-Riemenschneider kritisiert zudem die geplanten Regelungen zur Datenspeicherung. der BND soll personenbezogene Daten aus öffentlich zugänglichen Quellen künftig nicht mehr löschen müssen. Sie hält diese unbefristete Speicherung für verfassungswidrig und betont die Notwendigkeit eines Ausgleichs zwischen Sicherheit und Freiheit.

Verlust der Kontrollfunktion

Specht-Riemenschneider,die im September aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten will,gehört zu den wichtigsten Kontrolleuren der deutschen Geheimdienste. Ihre Behörde soll diese Rolle zum Jahresanfang verlieren. Der Unabhängige Kontrollrat wird erst ab 2029 die Aufgabe übernehmen. Sie warnt, dass den Bürgern für zwei Jahre die Möglichkeit genommen wird, sich mit Beschwerden zu wehren, und fordert Änderungen.

Artikel teilen


Toyota Scheidt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Nach oben scrollen