Wirtschaftsforscher begrüßen schnelleren Arbeitsmarktzugang für Asylbewerber
Führende Wirtschaftsforscher haben die Pläne von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) für einen schnelleren Arbeitsmarktzugang von Asylbewerbern positiv bewertet. Ifo-Präsident clemens Fuest erklärte dem „Handelsblatt“, dass die Initiative aus ökonomischer Sicht in die richtige Richtung weise. Deutschland habe ein großes Interesse an Zuwanderung in den Arbeitsmarkt, und ein erleichterter Einstieg diene diesem Ziel und fördere die Integration.
Unterstützung und Kritik
DIW-Präsident Marcel Fratzscher bezeichnete den Vorstoß des Ministers als „klug und längst überfällig“. Er erwarte spürbare Impulse für die Wirtschaft, da deutschland ein „riesiges Arbeitskräfteproblem“ habe, von dessen Lösung vor allem kleine und mittlere unternehmen profitieren könnten.Fratzscher warnte jedoch, dass der schnellere Zugang zum Arbeitsmarkt nur ein Element von vielen sein sollte. Er forderte mehr investitionen in Qualifizierung sowie langfristige bleibeperspektiven,um Anreize für Investitionen in Ausbildung zu schaffen.
Winfried Kluth, Vorsitzender des Sachverständigenrats für Integration und Migration, äußerte sich zurückhaltender. Zwar sei die mit der Maßnahme verbundene Entlastung der Sozialkassen „gut nachvollziehbar“, doch dürften die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt gering sein, da Arbeitgeber frei wählen könnten, wen sie einstellen. Kluth kritisierte zudem geplante Kürzungen bei Integrationskursen durch das Innenministerium. Dadurch könnten sich die belastungen der Sozialkassen tendenziell erhöhen, so der Migrationsforscher.










