Warnung vor eigenem deutschen Kampfflugzeug
Tom Enders, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und ehemaliger vorstandschef von Airbus und EADS, hat vor der Entwicklung eines eigenen deutschen Kampfflugzeugs gewarnt. In einem Gastbeitrag für das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ schreibt Enders, es drohe eine „gigantische Fehlallokation von Ressourcen“.
Reaktion auf Forderungen
Enders reagierte damit auf Forderungen des Bundesverbands der deutschen Luftfahrtindustrie (BDLI) und der IG Metall.Die Debatte hatte an Intensität gewonnen, da dem deutsch-französisch-spanischen luftkampfprojekt „future Combat Air System“ (FCAS) das scheitern droht. FCAS soll rund 100 milliarden Euro kosten.
kritik an strategischen Entscheidungen
Enders kritisiert die Entscheidung der Bundesregierung von 2017, die nächste Generation nicht mit London, sondern mit Paris zu entwickeln. Diese Entscheidung sei durch die politische Enttäuschung über den Brexit motiviert gewesen und rückblickend ein strategischer Fehler. Deutschland sei nicht auf Frankreich und Spanien angewiesen, sondern könne sich an der Entwicklung der nächsten Generation bemannter Kampfflugzeuge beteiligen. Als Partner böten sich vor allem die Briten mit ihrem internationalen GCAP-Programm oder Saab aus Schweden an.
Fokus auf Drohnenentwicklung
Enders, der auch Mitglied im Verwaltungsrat des deutschen Herstellers Helsing ist, empfiehlt Deutschland, seine finanzielle Kraft auf die Entwicklung von drohnen zu konzentrieren. Die Zukunft der Luftkriegsführung liege in hochintelligenten autonomen Drohnen-Systemen, bei denen Software, KI-Fähigkeit und kostengünstige Massenproduktion wichtiger seien als Cockpit-Design oder aerodynamische Perfektion.Hier könnte Deutschland mit seinen industriellen und technologischen Fähigkeiten eine Führungsposition in Europa erringen. Bemannte Kampfflugzeuge würden in zwanzig Jahren nur noch eine Randrolle spielen.











