Kirchen in sachsen-Anhalt befürchten finanzielle Notlage
Die Kirchen in Sachsen-Anhalt sehen sich vor finanziellen Herausforderungen, sollte die AfD nach der Landtagswahl im September die Regierung übernehmen. karsten Wolkenhauer, Kirchenpräsident der evangelischen Landeskirche Anhalts, äußerte gegenüber dem Tagesspiegel die Sorge, dass ohne Staatsleistungen und Kirchensteuer die zahlungsunfähigkeit innerhalb eines Jahres drohe. Der Haushalt der Landeskirche umfasst rund 20 Millionen Euro, wobei Staatsleistungen und Kirchensteuer etwa die Hälfte ausmachen. Wolkenhauer warnte, dass kirchliche Einrichtungen wie Schulen, kitas, Telefonseelsorge und Tafeln schließen müssten. Auch Altenpflege und Sozialfürsorge wären betroffen.
Rechtliche und finanzielle Bedenken
Wolkenhauer betonte,dass der Entzug von Geldern juristisch ein Angriff auf die Verfassung wäre,jedoch könne die AfD geltendes Recht ignorieren und die Zahlungen einstellen. Eine Verfassungsklage würde voraussichtlich zwei bis drei Jahre dauern, in der Zwischenzeit wäre die Landeskirche zahlungsunfähig. Der Kirchenpräsident äußerte zudem Bedenken, dass die EKD einspringen müsse, da Körperschaften des öffentlichen Rechts insolvenzunfähig seien. Sollte Ähnliches in Mecklenburg-Vorpommern geschehen, wären drei große Landeskirchen in Insolvenzgefahr.
Ähnliche Sorgen bei der katholischen Kirche
Auch die katholische Kirche teilt diese Befürchtungen. Bischof Gerhard Feige vom Bistum Magdeburg bezeichnete die möglichen Auswirkungen als dramatisch.Die Staatsleistungen machen 20 prozent des Haushalts der Diözese aus, der rund 38 Millionen Euro umfasst. Feige erklärte, dass ohne diese Mittel Pfarreien, Bildungshäuser und soziale Angebote nicht mehr betrieben werden könnten. Er betonte, dass große Rücklagen nicht vorhanden seien.
Reaktionen und Ausblick
Bei der EKD gab man sich zunächst zurückhaltend. Ein Sprecher erklärte, dass die Arbeit der evangelischen Kirchen allen Menschen zugutekomme, unabhängig von einer Kirchenmitgliedschaft. Die gesellschaftliche Arbeit der Kirchen zu beschneiden, würde für viele Menschen in Deutschland negative Folgen haben. Auch die katholische Bischofskonferenz sieht Handlungsbedarf und plant, das Thema zu besprechen. Feige hofft, dass es nicht zu den befürchteten Szenarien kommt.











