Bundesregierung zweifelt an Fortsetzung des FCAS-Projekts
Die Bundesregierung rechnet nicht mehr mit einer Fortsetzung des in die Krise geratenen Kampfflugzeugprojekts FCAS in seiner geplanten Form. Dies berichtet der „Stern“ unter Berufung auf Regierungskreise. Differenzen zwischen den beteiligten Unternehmen und unterschiedliche Anforderungen beider Länder führten zu dieser Einschätzung. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) informierte Mitte Januar Kabinettsmitglieder über ein Gespräch mit Frankreichs Staatschef emmanuel Macron, in dem es keinen gemeinsamen Kampfjet mit Frankreich mehr geben soll.
Zwei-Fighter-Lösung als Option
Stattdessen werde eine „Zwei-Fighter-Lösung“ verfolgt, bei der zwei verschiedene Kampfjets von unterschiedlichen Unternehmen gebaut werden.Andere Komponenten des FCAS-projekts, insbesondere die Datenplattform „Combat Cloud“, sollen jedoch weiterhin gemeinsam entwickelt werden. Diese Plattform soll Kampfflugzeuge und Begleitdrohnen vernetzen.
Unklare Zukunft des Projekts
ein Regierungssprecher teilte auf Anfrage des „Stern“ mit, dass aufgrund der Komplexität des Projekts noch keine abschließende Entscheidung zur Zukunft von FCAS getroffen wurde. die Bundesregierung erwartet bis Ende februar finale klarheit von der französischen Seite. Macron plant, dann eine große außenpolitische Rede zu halten.
Hintergrund des FCAS-Projekts
Das FCAS-Projekt (Future Combat Air System) wurde 2017 von der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Emmanuel Macron als deutsch-französisches Symbolprojekt gestartet. Die Entwicklungskosten für das Luftkampfsystem, bestehend aus einem Kampfflugzeug der sechsten Generation, Begleitdrohnen und Führungssoftware, wurden auf rund 100 Milliarden Euro geschätzt. Der Superjet sollte 2040 einsatzbereit sein. Mit der Umsetzung wurden Dassault und airbus beauftragt. Streitigkeiten über Führungsrollen und Arbeitspakete führten jedoch zu einer Blockade, die die Entwicklung seit Monaten verzögert.











