Edelpilze aus dem Bunker: Saarbrücker Familie verkauft auf St. Ingberter Wochenmarkt

Das Familienunternehmen „Fünfter Geschmack" züchtet Pilze in einem Weltkriegsbunker – und ist samstags in St. Ingbert präsent

Aktuelles aus St. Ingbert | Bild: Stadt St. Ingbert Edelpilze auf dem St. Ingberter Wochenmarkt

Ein 26-jähriger Saarbrücker züchtet gemeinsam mit seinen Eltern Edelpilze in einem Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Samstags verkauft die Familie ihre Produkte auf dem Wochenmarkt in St. Ingbert.

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Ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg dient einer Saarbrücker Familie heute als Pilzzuchtanlage. Maximilian Wagner (26) züchtet dort gemeinsam mit seinen Eltern Sandra und Jörg Wagner Edelpilze und verkauft sie unter dem Unternehmensnamen Fünfter Geschmack – unter anderem an einem Stand auf dem Wochenmarkt in St. Ingbert, wo die Familie samstags anzutreffen ist.

Kriegsrelikt als Produktionsstätte

Die Grundlage des Unternehmens ist ein ungewöhnliches Erbe. Jörg Wagner erklärt die Entstehungsgeschichte:

„Auf dem Grundstück meines Urgroßvaters in Saarbrücken wurde im Zweiten Weltkrieg ein Regelbunker höchsten Standards gebaut.“

Der Bunker sollte laut Wagner im Kalten Krieg weiter genutzt werden, geriet dann aber in Vergessenheit und blieb viele Jahre ungenutzt. Die 110 Quadratmeter Grundfläche gehören heute der Familie Wagner. Sohn Maximilian entwickelte während seines E-Commerce-Studiums die Idee, den Bunker zur Pilzzucht zu nutzen.

„Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind nahezu stabil, ideale Bedingungen für die Pilzzucht“,

erklärt Jörg Wagner. Die Familie rüstete den restaurierten Bunker mit Messapparaturen und Kühlhäusern aus.

Vom Kräutersaitling bis zum Igelstachelbart

Nach Angaben des Unternehmens produzierten die Wagners bereits im ersten Jahr 2,4 Tonnen Edelpilze. Das Sortiment umfasst inzwischen:

  • Kräutersaitling
  • Shiitake
  • Austersaitling
  • Rosensaitling
  • Pom Pom Blanc (auch Igelstachelbart genannt)

Geschlossener Kreislauf ohne Abfälle

Die Produktion folgt laut Unternehmen einem geschlossenen Kreislauf. Die Substratblöcke, auf denen die Pilze wachsen, werden entweder an andere Züchter oder an Wirbellosenzüchter weitergegeben oder zu Humus verarbeitet. Nicht verkaufte Pilze werden zu Trockenpilzen, Gewürzen, Nudeln oder Pesto weiterverarbeitet. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben biozertifiziert.

Am Marktstand in St. Ingbert informiert Sandra Wagner die Kundschaft neben dem Verkauf auch über Zubereitungsmöglichkeiten und den sogenannten Umami – den „fünften Geschmack“, dem das Unternehmen seinen Namen verdankt.

Fünfter Geschmack ist samstags auf dem Wochenmarkt in St. Ingbert vertreten.

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